Aktuelle Presse

20.09.2009

Fünf quälen sich für ein Ziel
Vor dem fünften Bremen-Marathon starteten Veranstalter und Sponsor ein interessantes Experiment

Von Heinz Fricke Bremen. Axel ist 41 und sagt: "Wer mir vor einem Jahr gesagt hätte, dass ich einmal Marathon laufen würde, den hätte ich für verrückt erklärt." Thomas (44) ist eigentlich Fußballer, hat sich aber von seiner Frau Claudia fürs Laufen begeistern lassen und ist inzwischen Überzeugungstäter. Jaqueline (30) und Frank (35) schließlich arbeiten zusammen als Software-Entwickler, irgendwann haben sie beschlossen: "Da machen wir mit." Das war am 6. Juni, es war der offizielle Start des Projektes "Fünf für ein Ziel", das die Veranstalter des 5. Bremen-Marathons und Sponsor swb gemeinsam ins Leben gerufen haben. "Wir haben Leute gesucht, die neu im Geschäft waren, die wir bis zum Lauf am 4. Oktober begleiten wollten", sagt Tanno, der Trainer. Knapp 100 bewarben sich, diese fünf wurden letztlich ausgesucht. "Wir wollten möglichst unterschiedliche Charaktere haben und sie zu einer Einheit zusammenführen", erzählt Tanno. Das ist offensichtlich geglückt, denn das Projekt funktioniert bestens. "Da war keiner dabei, der irgendwann aussteigen wollte. Alle sagen, dass die Gemeinschaft sie ansporne, belebe und bereichere", verkündet der Trainer, und seine Schützlinge nicken überzeugt.

Dreimal in der Woche treffen sie sich, der ausgebildete Triathlon- und Lauftrainer Tanno bestimmt Tempo und Programm. Doch alle ziehen noch zwei weitere Tage in der Woche die Laufschuhe an, alle fünf haben sich unterschiedliche Ziele gesetzt. "Hauptsache, ich komme an", sagt die frühere Leistungsschwimmerin Jaqueline, die am 4. Oktober ihren ersten Marathon bestreitet. Ebenso wie Axel, den sie "Pitbull" nennen, weil er im Training ein besonderer "Beißer" ist. Axel hat sich eine Zeit von drei Stunden und vierzig Minuten vorgenommen, was für ihn ein sehr anspruchsvolles Ziel ist. Denn Axel, ziemlich großflächig tätowiert, hat nicht unbedingt eine sportliche Vergangenheit: "Ich war 25 Jahre lang drogenabhängig, habe nur Mist im Kopf gehabt", sagt er eher nebenbei. Doch er kam los von der Sucht, heute arbeitet er als Schauspieler und Suchtberater. "Ich gehe auch in Schulen, versuche mit meinem Schicksal Jugendliche vor Ähnlichem zu bewahren." Er erzählt dort von den segensreichen Nebenwirkungen des Sports im allgemeinen und des Laufens insbesondere.

So richtig unter professioneller Anleitung hatte vorher noch keiner trainiert. "Einzige Voraussetzung war, dass jeder eineinhalb Stunden lang laufen konnte", sagt Tanno. Wie schnell - das spielte erst einmal keine Rolle, der Trainer entwickelte individuelle Programme. Nach drei Wochen gemeinsamen Trainings gab es den ersten 10-Kilometer-Test, inzwischen haben alle in Bremerhaven auch den Halbmarathon geschafft.

"Ich hätte nie gedacht, wie viel mir das Gruppenerlebnis gibt", sagt Frank, der eine Bestzeit von 4:12 Stunden hat, aber am 4. Oktober unter vier Stunden laufen will. Thomas möchte noch eine Stunde schneller sein, er hat sich in vielen Jahren auf dem Rennrad schon konditionelle Grundlagen geschaffen, die es zum Beispiel verhindern, dass er Seite an Seite mit seiner Frau trainieren kann. "Thomas ist schneller, das passt nicht zusammen", sagt Claudia, die ihren Mann einst zum Langlauf überredete.

Seit über einem Vierteljahr trainieren die fünf zusammen, und das passiert sozusagen öffentlich. Denn alle schreiben regelmäßig in einem Blog, der im Internet unter www.swb-marathon. de nachzulesen ist. Da jeder fast jeden Tag seine ganz persönlichen Eindrücke und Erlebnisse ins Internet stellt, hat sich inzwischen eine sehr persönliche Chronologie des Projektes "Fünf für ein Ziel" ergeben, interessant nachzulesen auch für nicht direkt Beteiligte.

So erzählt Axel, wie sehr es ihm geholfen habe, dass er sich und seine Drogen-Vergangenheit in der Gruppe geoutet habe. Frank sorgt sich nach zwei Monaten Training, dass seine Leistungskurve plötzlich nach unten zeige. "Ich hatte einen Puls von 181 und habe mich wesentlich langsamer als sonst erholt." Während Claudia schon im Juli plötzlich einen Anfall von gänzlich unangemessener Euphorie im Blog dokumentiert: "Die Kenianer sollen sich am 4. Oktober mal ganz schön warm anziehen, ich bin toll drauf." Ehemann Thomas hingegen neigt mehr zu sachlichen Erläuterungen: "Ich finde es immer wieder ganz schön hart, um sechs Uhr morgens aufzustehen, wenn man um 8.30 Uhr ausgeschlafen starten will." Und bei Jaqueline, die noch nie die Marathon-Distanz gelaufen ist, merkte man nach den 35 Kilometern vom 13. September vor allem die Erleichterung: "Jetzt sind es nur noch sieben Kilometer mehr, die schaffe ich auch!"

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 20.09.2009


19.09.2009

Marathon: Bereits 4200 Meldungen

Bremen (sfy). Der Countdown läuft: Nachdem schriftliche Anmeldungen nur bis zum gestrigen Freitag möglich waren, besteht nun noch bis zum morgigen Sonntag um 24.00 Uhr online die Chance, sich zum swb-Marathon am 4. Oktober zu melden. Danach können sich die Läufer gegen eine Gebühr von acht Euro noch am Veranstaltungs-Wochenende ihre Teilnahme sichern, auf ihren Namen auf der Startnummer müssen sie dann allerdings verzichten. Orga-Leiter Utz Bertschy wird die Zeit auf der Bürgerweide vermutlich gelassen erleben: Bis gestern hatten rund 4200 Läufer ihre Teilnahme angemeldet - eine Steigerung von rund 20 Prozent gegenüber den Vorjahren.

"Wir haben uns weiter etabliert", sagt Bertschy und verweist auf die "familiäre Stimmung im XXL-Format" beim swb-Marathon. Mit einer eigens installierten Kinderbetreuung, dem neuen Marathon-Magazin oder dem neugestalteten Starter-Shirt für die Marathonis habe man zudem den Service rund um die Veranstaltung noch einmal aufgewertet. Bertschy: "Es dauert eben, bis sich so etwas herumspricht." Anmeldung und weitere Informationen unter www.swb-marathon.de

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 19.09.2009


15.09.2009

Weltstar beim swb-Marathon
Tegla Loroupe wird am 4. Oktober laufen - und für ihr Internat in Kenia werben

Von Stefan Freye Bremen. Früher war Tegla Loroupe einmal Weltrekordhalterin im Marathonlaufen. Heute bemüht sie sich vor allem um Hilfsprojekte in ihrer Heimat Kenia. Die 36-Jährige weiß deshalb den Kontakt zur Politik zu schätzen. "Die Politiker unterstützen unsere Arbeit", sagt Loroupe und weist auf ein Foto, das sie mit Angela Merkel zeigt. Ob die Bundeskanzlerin mit ihr gelaufen sei? Die Athletin lacht: "Das nächste Mal kann ich sie ja mal fragen." Tegla Loroupe lacht gern. Dass Hessens Ministerpräsident Roland Koch einst heimlich ein Fahrrad benutzte, um sich den 10-Kilometer-Lauf zu erleichtern, berichtet sie ebenso gut gelaunt wie den Grund ihres Aufenthalts in Bremen: "Einige Freunde aus dieser Stadt haben mir vom swb-Marathon erzählt, und am 4. Oktober laufe ich jetzt auch mit." Was Bremen dann erwartet, erzählt Tegla Loroupe nicht, sie ist bescheiden. Also springt Willi Lemke ein, guter Bekannter der Läuferin und Schirmherr des swb-Marathons. "Tegla Loroupe ist die Marathon-Legende, sie ist weltweit bekannt."

Man mag dem UN-Botschafter glauben: Die nur 1,53 Meter große Athletin gewann zwischen 1994 und 2002 nahezu alles, was es zu gewinnen gibt im Marathonsport. Die Siege in New York, London, Berlin, Rom und Rotterdam stehen in ihrer Bilanz, sie war vierfache Weltstraßenläuferin und gewann diverse WM-Medaillen. Wie eine solche Läuferin überhaupt nach Bremen kommt? Auch hier hat Willi Lemke seine Finger im Spiel. "Wir haben in Nairobi über ihr Internat gesprochen und wollten etwas dafür tun", erinnert sich Lemke. Bis zu 600 Kindern sollen einmal ein Zuhause finden im "Loroupe-Internat", im Januar soll es offiziell eröffnet werden.

Dass der Star aus Kenia, mittlerweile auch in Detmold zu Hause, beim swb-Marathon in Bremen laufen sollte, war Lemke natürlich schnell klar. Die Kombination aus einem guten Zweck und einem potenten Sponsor brachte schließlich die Lösung und machte Loroupes Start in Bremen möglich. Es muss kein Einzelfall bleiben, findet Organisationsleiter Utz Bertschy: "Wir streben eine dauerhafte Beziehung mit Tegla an." Von einem regelmäßigen Start hätten vermutlich alle etwas: Der swb-Marathon, weil er eine Weltklasseathletin an den Start bringt, und Tegla Loroupe, weil sie ihr Projekt weiter voranbringen kann.

"Noch fehlen ja einige Fenster und Türen", sagt Willi Lemke. Zwischen dem Schirmherrn und dem Stargast des kommenden Wettbewerbs ist nun nur eines zu klären: Auf welcher Strecke treten sie eigentlich an? Willi Lemke möchte ja lieber den Halbmarathon laufen. Weil Tegla Loroupe aber natürlich die gesamte Strecke laufen soll, ist nun ein Zusammenschluss geplant: Der Star startet früh zum Marathonlauf, und Lemke stößt später als Halbmarathoni dazu. Tegla Loroupe wird sicher wieder lachen, wenn sie auf ihre Laufbekanntschaft trifft.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 15.09.2009


03.09.2009

Ein Bremer am Regiepult
Herwig Renkwitz fungierte bei Leichtathletik-WM in Berlin als Organisations-Chef

Von Stefan Freye Bremen. Millionen Menschen blickten auf Berlin und waren begeistert von den Leistungen der Athleten: Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft zog Zuschauer und Besucher in ihren Bann. Doch bevor die Topstars zu großer Form auflaufen konnten, musste die Organisation stehen - und hier half ein Bremer ganz wesentlich mit.

Herwig Renkwitz ist nicht nur Vizepräsident des Bremer Leichtathletikverbandes, er ist auch im Bundesausschuss "Wettkampforganisation" des DLV. In dieser Funktion war er gefragt bei der WM, und wie. Noch bevor der erste Startschuss fiel, war Renkwitz allein acht, neun Mal in der Hauptstadt. Dabei ging es vor allem um die so genannten Regie-Bücher der Veranstaltung. Die führte Herwig Renkwitz vor rund zehn Jahren ein, als der BLV begann, seine Meisterschaften gemeinsam mit dem niedersächsischen Verband auszurichten. Was Regie-Bücher betrifft, ist der 38-Jährige also ein alter Hase.

Minutiös wird dort festgelegt, was zu welcher Zeit passiert im Stadion. "Sie sind in 30 Sekunden getaktet", erklärt der Bremer. Wann wird was auf den Videoleinwänden gezeigt? Zu welcher Zeit laufen die Athleten ein? Und wann fällt der Startschuss? Fragen über Fragen, die in den Regie-Büchern beantwortet werden. Aber die Erstellung eines detaillierten Veranstaltungsablaufes ist nur eine Sache. Eine andere, zu überwachen, dass dieser Plan auch eingehalten wird. Zu diesem Zweck hatte Herwig Renkwitz einen der besten Plätze bei der Weltmeisterschaft. Er saß als Assistent des Veranstaltungsmanagers auf der Haupttribüne, gemeinsam mit einem Koordinator des Fernsehens und dem Event-Manager, der zuständig war für die Videowände und die Moderatoren.

Wenn mal etwas nicht der Veranstaltungsregie entsprach, mussten die drei sich abstimmen. Die letzte Entscheidung traf dann Herwig Renkwitz. So wie bei der Ehrenrunde der siegreichen Siebenkämpferinnen. Das Fernsehen wollte keine Feier, weil gleich darauf mit dem 100 Meter-Finale der Männer das Highlight schlechthin anstand. Aber Renkwitz ließ die Athletinnen zumindest eine halbe Runde drehen und die Ehrenrunde erst dann abbrechen. Ein Kompromiss, der ihm die Pfiffe der 50000 im Stadion einbrachte. "Es war aber relativ schnell wieder ruhig", meint er schmunzelnd.

Herwig Renkwitz geht auf in dieser Aufgabe, und weil er gar nicht kann ohne die Organisation von sportlichen Wettkämpfen, steht schon der nächste vor der Tür. Am Wochenende 3. und 4. Oktober fungiert er als sportlicher Leiter des swb-Marathons in Bremen. Da sitzt Renkwitz auf dem Motorrad und überwacht den Ablauf der einzelnen Läufe. Eine intensive Zeit der Planung wird er auch in diesem Fall bereits hinter sich haben.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 03.09.2009


30.08.2009

swb-Marathon mit Anmeldungen gut im Rennen
Veranstalter hoffen auf rund 4500 Teilnehmer / Strecke führt diesmal nicht durchs Weserstadion

Bremen (sfy). Schirmherr Willi Lemke und Organisationsleiter Utz Bertschy haben es schon: das neue Laufshirt zum 5. swb-Marathon. Bald soll das aufwendiger gestaltete Shirt in den Verkauf gehen, und am 4. Oktober erhält es zudem jeder Starter über die 42,195 Kilometer. Das könnten eine ganze Menge sein, denn die Anmeldezahlen liegen über denen der Vorjahre.

Rund 2400 Läufer haben sich für die drei Strecken (Marathon, Halbmarathon und 10-Kilometer) bislang angemeldet. Damit liegt der swb-Marathon rund 50 Prozent über den vergleichbaren Zahlen. "Von daher sollten wir zumindest unseren Rekord von 4500 Teilnehmern einstellen", sagt Bertschy.

Ansonsten setzten die Organisatoren auf Bewährtes. So wurde die Strecke weitgehend beibehalten. Lediglich im Bereich der Überseestadt wird die unbeliebte "Muggenburg" zu großen Teilen durch die Straße "Am Kaffeequartier" ersetzt. Dafür fällt die Durchquerung des Weserstadions in diesem Jahr wegen des Umbaus flach, es geht nur an der Arena vorbei. Neu ist auch, dass die Zehn-Kilometer-Schleife nun durch die Innenstadt und an der Schlachte vorbei geführt wird. Schließlich will der swb-Marathon durch die neue Messe "Bremen Balance" und den Frühstückslauf am 3. Oktober noch mehr Laufinteressierte ansprechen. Vor allem vom Fünf-Kilometer-Lauf durch den Bürgerpark am Tag der Einheit, zugleich eine Art Testlauf für die Special Olympics im nächsten Jahr, erhoffen sich die Organisatoren großen Zuspruch. Bertschy: "Er gibt nun auch den weniger trainierten Läufern die Möglichkeit, dabei zu sein."

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG, Datum: 30.08.2009


07.07.2009

Neuer Rekord beim Bremen Marathon erwartet
Organisationsleiter Utz Bertschy: Wir arbeiten gegen den Trend der großen Veranstaltungen

Noch sind es rund drei Monate bis zum 5. swb-Marathon am 4. Oktober, und doch haben bereits 1500 Teilnehmer gemeldet für die Zehn-Kilometer-Strecke, den Halbmarathon und den Marathon. Das entspricht einer Steigerung von rund 60 Prozent gegenüber den Zahlen des Vorjahres. Grund genug für unseren Mitarbeiter Stefan Freye, mit Organisationsleiter Utz Bertschy zu sprechen. Haben Sie eine Erklärung für das ungewöhnliche Anwachsen der Meldezahlen?

Wir hoffen vor allem, dass es daran liegt, dass unsere Arbeit honoriert wird. In jedem Fall ist der swb-Marathon bekannter geworden, und es könnte auch an dem kleinen Jubiläum liegen, das wir im Oktober begehen. Besonders schön ist auf alle Fälle, dass wir gegen den Trend der großen Marathon-Veranstaltungen arbeiten. Denn die größten Zuwachszahlen verzeichnen wir auf der Marathonstrecke und nicht auf den kürzeren Distanzen.

Und nun ist ein Teilnehmerrekord am 4. Oktober gesichert? Wir sind vorsichtig. Aber es deutet einiges darauf hin, dass wir die 4500 Meldungen aus dem Vorjahr übertreffen können.

Wird sich das Konzept der Veranstaltung ändern? Die grundsätzliche Ausrichtung bleibt, sie hat sich ja bewährt. Aber wie jedes Jahr gibt es ein paar Neuigkeiten. Zunächst werden wir die Startzeit des Halbmarathons nach hinten verschieben. Damit entzerren wir das Feld im Zielbereich und sorgen dafür, dass die Läufer des Halbmarathons vor mehr Zuschauern laufen werden. Bisher litt der Halbmarathon immer unter der frühen Startzeit. Daneben sollen die zehn Kilometer jetzt auch durch die City führen und damit ebenfalls mehr Aufmerksamkeit erhalten. Ganz neu ist schließlich der Frühstückslauf am Sonnabend mit einer Fünf-Kilometer-Runde durch den Bürgerpark. Damit möchten wir eine weitere Zielgruppe ansprechen, etwa die Zuschauer vom Sonntag. Die können nun tags zuvor bereits aktiv ins Geschehen eingreifen. Der Frühstückslauf wird zugleich eine Plattform sein für die Special Olympics, die dort einen Testlauf für die große Veranstaltung im kommenden Jahr machen.

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11.11.2008 Weser-Kurier:

"Akzeptanz wird immer größer"
Marathon-Chef Utz Bertschy schaut schon auf 2009

Vor rund fünf Wochen ging der 4. swb-Marathon über die Bühne. Es bestand also ausreichend Gelegenheit, sich einen Überblick zu verschaffen. Im Gespräch mit Stefan Freye zieht Organisationsleiter Utz Bertschy ein Fazit und wagt einen Ausblick.

Wie beurteilen Sie die letzte Veranstaltung? Utz Bertschy: Wir sind sehr zufrieden. Die Veränderungen - vor allem im Startziel-Bereich - haben sich als Weiterentwicklung bestätigt.

Was bedeutet das konkret? Die Zielgerade ist nun wieder tatsächlich eine Gerade, und der gesamte Bereich mit dem Hanse-Zelt als Zentrum ist wesentlich kompakter. Gut angekommen sind auch die aufgewertete Zielverpflegung und die Schleife über den Speicher I. Als weiteres Highlight für die Läufer hat sich schließlich der Tunnel an der Kurfürstenallee entpuppt. Dass sie dort durch eine Art 80er-Disko geführt wurden, hat für viele eine Gänsehautatmosphäre geschaffen.

Wir beurteilen Sie die Stagnation bei den Marathon-Teilnehmern zugunsten des Halbmarathonfeldes? Das ist eine grundsätzliche Entwicklung, also nicht Bremen-spezifisch. Für den Marathon zu trainieren ist einfach sehr zeitintensiv. Eine unserer Aufgaben besteht darin, sich dem Konkurrenzkampf um die verbleibenden Läufer zu stellen. Wir wollen mehr Marathonläufer. Darauf ist unser Fokus gerichtet, und da geht es für uns um den überregionalen Bereich. Nur so werden wir einen Zuwachs rekrutieren können.

Sie sprechen auf die Akzeptanz des swb-Marathons in der Stadt an. Wie beurteilen sie diese Entwicklung? Natürlich würden wir uns wünschen, dass noch mehr Menschen an die Strecke kommen. Aber das werden wir im Laufe der Jahre schaffen, das ist ein Gewöhnungsprozess. Ansonsten gab es in diesem Jahr so wenig Beschwerden wie nie. Was darauf schließen lässt, dass die Akzeptanz immer größer wird, der swb-Marathon einfach dazu gehört in dieser Stadt. Da können wir uns nur bedanken bei den Bremern.

Rund ein Dutzend Handbiker und Rollie-Fahrer waren beim letzten Marathon am Start. Wie beurteilen sie deren Demo-Wettbewerb? Das war in Ordnung, es ging ja auch um einen Test. Ob und in wie weit wir das ausbauen werden, ist auch abhängig davon, welche Unterstützung wir aus dem Bereich der Behindertensportler bekommen. In jedem Fall steht fest: Die Veranstaltung den Bedürfnissen der Rollie-Fahrer anzupassen ist nicht ohne Weiteres möglich.

Was ist für 2009 zu erwarten? Wir werden den Termin auf den 4. Oktober verlegen, weil wir sonst am Tag der Bundestagswahl laufen würden und nicht dafür verantwortlich sein wollen, dass alle Parteien nur 18 Prozent bekommen. Im kommenden Jahr haben wir zudem die besondere Konstellation, den 3. Oktober ins Veranstaltungswochenende einbauen zu können. Da überlegen wir, am Sonnabend, also dem Tag der Einheit, einen Frühstückslauf über fünf Kilometer zu machen. Damit würden wir die Lücke zwischen Kinderlauf und den anderen Strecken am Sonntag schließen. Wie jedes Jahr haben wir auch diesmal die Aufgabe, das Rahmenprogramm zu erweitern. Schließlich steht unser 5-jähriges Jubiläum an.

Und die Motivation hat in den Jahren noch nicht gelitten? Nein, ganz sicher nicht. Ein einfaches Beispiel: Diesmal habe ich deutlich gespürt, dass ganz viele Bremer einfach dabei sein wollen beim Marathon. Das finde ich persönlich sehr schön, weil es unterstreicht, dass wir uns etabliert haben in der Stadt. Ich werte es als Erfolg unserer Bemühungen und als Lohn für die viele Arbeit.


28.9.2008 Weser-Kurier:

4350 Läufer gehen heute an den Start
Marathon: Zielbereich übersichtlicher

Von Stefan Freye BREMEN. Gegen Mittag kam der Schirmherr mit dem Rad, um seine Startunterlagen abzuholen: Willi Lemke wird heute über die Halbmarathonstrecke des swb-Marathons gehen. Obwohl der Sonderbotschafter für Sport und Entwicklung der Vereinten Nationen gerade erst aus New York zurückgekehrt ist und dort "nicht ein Mal laufen" konnte. Die meisten anderen Teilnehmer werden vermutlich mehr Glück mit der Vorbereitung gehabt haben. Weil bis gestern Abend noch 600 Läufer für die Strecken über 10-Kilometer, Marathon und Halbmarathon nachgemeldet haben, hat sich die Teilnehmerzahl auf insgesamt 4350 erhöht. "Dadurch haben wir uns auf dem guten Niveau des Vorjahres stabilisiert", sagt Organisationsleiter Utz Bertschy.

Die Aktiven und auch die Besucher erwartet in diesem Jahr ein deutlich anderer Zielbereich auf der Bürgerweide. "Es ist alles zusammengerückt und damit für alle übersichtlicher", sagt Marcus Patz, technischer Leiter der Veranstaltung. Direkt vor dem Hanse-Zelt mit Laufmesse, Bühne und Startnummernausgabe befinden sich auf der Außenfläche diverse Unterhaltungsmöglichkeiten und der Zieleinlauf.

Für die Teilnehmer soll es ähnlich kurze Wege geben: Vom Ziel geht es weniger Meter in die Messehallen zwei und drei, wo die Verpflegung, Massagen und Startbeutelausgabe vorgesehen sind. "Wir sind sehr früh dran in diesem Jahr, deshalb geht alles sehr ruhig über die Bühne", erzählt Patz. Er hatte deshalb ausreichend Zeit, sich den ersten Lauf der Veranstaltung anzusehen: Beim Kinderlauf am Nachmittag gingen rund 500 Teilnehmer an den Start.


29.9.2008 Weser-Kurier:

Sonne, Picknick, Wettkampf-Fieber
4. swb-Marathon in Bremen begeistert Läufer und Zuschauer gleichermaßen

BREMEN (MTH•FEA). Internationales Flair beim 4. swb-Marathon in Bremen: Der 28-jährige Schweizer José Manuel Perino hat den favorisierten deutschen Teilnehmern die Schau gestohlen. In 2:32:45 Stunden verwies der in Hamburg lebende Athlet den Vorjahressieger Rolf Schwabe vom VfB Fallersleben (2:33:38) auf Platz zwei.

Bei den Frauen setzte sich allerdings mit Tanja Hooß (LTF Marpingen) in 3:04:14 Stunden die Favoritin durch. Den zweiten Platz errang Frauke Fichtner von der LG Verden (3:06:43).

Rund 1000 Marathonis waren gestern Morgen bei besten äußerlichen Bedingungen auf die Strecke gegangen. Insgesamt waren mehr als 4500 Läufer durch Bremens Innenstadt unterwegs. Die meisten hatten jedoch für den Halbmarathon und die 10-Kilometer-Distanz gemeldet.

Gute Atmosphäre Viele Besucher nahmen das sonnige Wetter zum Anlass, die Läufer an der Strecke zu unterstützen. Örtlich kam es zu größeren Ansammlungen. Einige Menschen packten ihre Picknick-Körbe aus, andere sorgten mit Musik für Stimmung. Die Streckenführung wurde von den meisten Läufern gelobt, auch wenn die leichten Anstiege im letzten Abschnitt so manchem Teilnehmer das Leben schwer machten. Auch die Autofahrer hatten nichts zu lachen. Der Verkehr war infolge der Sperrungen teilweise lahmgelegt. BerichteSeiten 7 bis 9


29.9.2008 Weser-Kurier:

Warmer Applaus am Wegesrand
Zahlreiche Besucher unterstützen die rund 5000 Läufer / Optimale Witterung

Von André Fesser BREMEN. Eine Fußball-Weisheit besagt, dass sich kleinere Ungerechtigkeiten auf lange Sicht ausgleichen. Seit gestern steht fest: Beim Marathon ist es genau so. Nachdem die Teilnehmer und Zuschauer des swb-Marathons 2007 unter einem kühlen und feuchten Herbsttag zu leiden hatten, zeigte sich der Wettergott gestern bei der Neuauflage von seiner besten Seite. Einhellige Meinung an und auf der Laufstrecke: Das Wetter war optimal.

Dies erfreute natürlich auch den Veranstalter: "Wir sind sehr froh, dass das Wetter mitspielt. Die guten äußeren Bedingungen sorgen für eine positive Grundstimmung", sagte Organisationsleiter Utz Bertschy.

Zwar gerieten einige der annähernd 5000 Marathon-, Halbmarathon- und 10-Kilometer-Läufer unmittelbar vor dem Start ein bisschen ins Frösteln. Im Vergleich zu denen, die ihre Schuhe vergessen hatten oder es nicht rechtzeitig zum Startschuss schafften, hatten sie jedoch die geringeren Sorgen. Und schließlich sollten sie auf der Strecke schon bald auf die nötige Betriebstemperatur kommen.

Wer damit Schwierigkeiten hatte oder in ein Motivationsloch zu fallen drohte, wurde vom Straßenrand mit warmem Applaus unterstützt. Zwar waren einige Abschnitte geradezu verwaist, dafür kamen die Läufer an anderen Stellen in den Genuss geballter Anfeuerung. Eine dieser Stimmungsinseln fand sich beispielsweise in der Hemmstraße in Findorff, wo sich viele Menschen offensichtlich auf einen langen Tag eingestellt und Sitzgelegenheiten mitgebracht hatten. Es ging gemütlich zu. Einige hatten ein kleines Picknick aufgebaut und luden sogar Fremde auf eine Tasse Kaffee ein. Andere wiederum sorgten mit ihrer Musikanlage für Stimmung.

Im Speicher I in der Überseestadt wurde den Aktiven ein roter Teppich ausgerollt. Nachdem sie das Gebäude durchquert hatten, wurden sie auf der anderen Seite von einer bestens gelaunten Menge empfangen. Allerdings mussten die Läufer dieses Vergnügen auch mit der Bewältigung einer knackigen Steigung bezahlen - bei Kilometer 31 sicherlich kein Spaß. Manch einer holte die verlorene Kraft wieder rein, indem er in einem unbeobachteten Moment ein paar Meter über den Bürgersteig abkürzte.

Dennoch war vielen Läufern im Schlussabschnitt die Anstrengung ins Gesicht geschrieben. "Die letzten zehn Kilometer waren der Hammer", sagte der Lilienthaler Torsten Mannig. Mehrere Steigungen, am Weserstadion sogar Kopfsteinpflaster - "da kriege ich die Krise." Ansonsten war Mannig mit der Routenführung aber zufrieden: "Die Strecke ist super, zumal sie nicht nur durch die Stadt, sondern auch mal durchs Grüne führt." Mit der Sicherung der 42,195 Kilometer langen Laufstrecke war die Polizei beschäftigt. An einigen Stellen ging es locker zu: "Alles entspannt, die Sonne scheint uns ins Gesicht und die Leute sind verständnisvoll", sagte ein Beamter, der die Sperrung der Bismarckstraße überwachte. Seine Kollegen an der Kreuzung Kirchbachstraße/Kurfürstenallee waren da ganz anderer Meinung: "Wir reden uns hier langsam den Mund fusselig. Und das, obwohl schon lange bekannt ist, dass heute der Marathon stattfindet", sagte ein Polizist. Nicht jeder brächte Verständnis für die Unannehmlichkeiten auf. "Das merken wir dann, wenn die Leute wieder Gas geben."


29.9.2008 Weser-Kurier:

Ein perfekter Tag
Schweizer José Manuel Perino gewinnt 4. swb-Marathon und verlangt anschließend nach Fastfood / Tanja Hooß siegt bei den Frauen

Von Michael Thurm BREMEN. Nach der Siegerehrung hatte er nur den einen dringlichen Wunsch: "Jetzt will ich aber endlich zu McDonalds." Den Hunger nach Siegen hatte José Manuel Perino gestillt, jetzt verlangte sein Magen immer knurriger nach einem saftigen Burger.

Unangefochten dominierte gestern der schmächtige Schweizer den 4. swb-Marathon und überquerte die Ziellinie an der Bürgerweide nach zwei Sunden und 32 Minuten. "Eine gute Zeit," freute sich der 28-Jährige, der erstmals in Bremen startete und auch erst seinen zweiten Marathon überhaupt bestritt. Im Oktober 2007 hatte Perino erstmals den Kampf über die 42 Kilometer aufgenommen - damals noch in seiner Heimatstadt Luzern.

Mittlerweile lebt und arbeitet der gebürtige Spanier ("Meine Eltern sind in die Schweiz gegangen, als ich fünf Jahre alt war") in Hamburg. Da lag ein Marathon-Start in Bremen nahe. "Ich hatte auch überlegt, in Berlin anzutreten. Aber das war mir ein zu großes Event." Und die Siegchance in Bremen war ja auch eindeutig besser. "Ich hatte schon gehofft, hier vorn mitlaufen zu können, umso mehr freue ich mich über den Erfolg." Ein Erfolg, der aber auch mit vielen Qualen verbunden war. "Bei Kilometer sechs habe ich die Spitze genommen. Es lief einfach gut", erzählt Perino. "Doch ab Kilomer 30 haben die Beine zugemacht und ab Kilometer 38 bin ich durch die Hölle gegangen." Zum Glück für den kleinen Schweizer hatte die Hölle einen Ausgang - die Tür zum Sieg blieb offen. Am Ende hatte Pinero eine knappe Minute Vorsprung ins Ziel gerettet - ein perfekter Tag für ihn.

Hinter dem Schweizer belegte Vorjahressieger Rolf Schwabe den zweiten Platz. Der 45-Jährige vom VfB Fallersleben war dennoch zufrieden. "Meine Zeit heute war besser als vor einem Jahr. Wer weiß was geschehen wäre, wenn ich nicht mit Magenproblemen in die Büsche gemusst hätte." Schwabe hatte vor dem Rennen noch eine eiskalte Cola zu sich genommen. Ein fataler Fehler des alten Hasen, der ihn mindestens eine Minute gekostet hatte. Den dritten Platz belegte der als Favorit hochgehandelte Saarländer Jörg Hooß. Der 100-Kilometer-Läufer war damit nicht ganz zufrieden.

Strahlen durfte dagegen Markus Tofaute vom SV Werder. Der 40-Jährige lief auf den fünften Rang (2:39,26) und durfte sich damit mit dem Titel "bester Bremer" schmücken. "Ich wollte unter 2:40 bleiben, das habe ich erreicht," meinte Tofaute. "Deshalb bin ich sehr zufrieden." Dass er als schnellster der Lokalmatoren die Ziellinie überquert hatte, wollte Tofaute allerdings nicht so hoch hängen. " Viele gute Bremer waren heute doch nicht am Start, deshalb war es nicht so schwer", meinte der Gemüsehändler bescheiden.

Während es bei den Herren einen überraschenden Sieger gab, setzten sich bei den Frauen die Favoritinnen durch. Die Saarländerin Tanja Hooß gewann locker vor Frauke Fichtner von der LG Kreis Verden, die bereits ihren vierten Marathon in Bremen bestritt und Sandra Kusserow. Die Siegerin, die zum ersten Mal in der Hansestadt antrat, nutzte den Marathon übrigens nur als Training. Im November startet sie beim Europacup der 100-Kilometerläufer für die deutsche Nationalmannschaft. "Wenn es da auch so laufen würde, wäre es perfekt."


29.9.2008 Weser-Kurier:

Stapel-Obst und Streicheleinheiten
Unzählige Helfer sorgen für die Betreuung der Läufer

Von André Fesser BREMEN. Auf dem langen Tapeziertisch stapelt sich geschnetzeltes Obst, Hunderte Becher voller Wasser stehen in Reih' und Glied daneben. Gleich geht es los, gleich kommt der erste Läufer um die Ecke. Für das Team vom Lauftreff Hepstedt/Breddorf beginnt der Ernstfall.

Dennoch gerät das gute Dutzend Hobby-Läufer um Teamchef Marinus De Jong nicht aus der Ruhe. Schon seit Jahren betreibt die Mannschaft bei Kilometer 15 in der Stader Straße diesen Verpflegungsstand. Die Handgriffe sitzen, jeder weiß, wie er den Läufern das Wasser oder die Bananenstücke reichen muss, ohne dass alles auf der Straße landet. Nur die geachtelten Äpfel haben sie dieses Mal ein bisschen zu hoch gestapelt.

Seit sieben Uhr ist das Team im Einsatz. Am Ende wird es je drei Kartons Äpfel und Orangen sowie fünf Kartons Bananen verarbeitet haben. "Es wird etwas übrig bleiben", sagt Marinus De Jong. Nicht jeder vertraut dem Angebot der Verpflegungsstände. Einige setzen lieber auf ihre eigene Mischung, die sie vor dem Start gemeinsam mit einer Kilometerangabe bei der Rennleitung abgegeben haben. Den Leuten vom Lauftreff sind die bunten Flaschen suspekt. "Ich würde das nicht trinken", sagt eine Helferin und zeigt dabei auf ein trübes Gemisch aus Wasser und Getreide.

Ansturm auf die Massagebänke Etwa 27 Streckenkilometer weiter gibt es alkoholfreies Bier und Streicheleinheiten. Im Bauch des Congress-Centrums, gleich hinter der Ziellinie, befindet sich der Massageraum. 80 Schüler des Bremer Lehrinstituts für Physiotherapie (Blipht) opfern hier ihre Freizeit, um die müden Beine der Läufer wieder aufzupäppeln. Der Andrang ist gewaltig. Zwanzig Massagebänke stehen bereit, an jeder Bank beschäftigen sich zwei Helfer gleichzeitig mit einem Besucher. "300 bis 400 Läufer sollten wir heute schaffen", sagt Blipht-Chef Addy Balzer.

Die Umsorgten genießen die Zuwendung sichtlich: "Die Massagen sind sehr angenehm. Das muss einfach sein, damit man am nächsten Tag noch halbwegs gehen kann", sagt Christoph Freudenfeld aus Ritterhude. Er hat den Marathon in 3:02 Stunden absolviert und zählt damit zu den leichteren Fällen.

Je langsamer, leistungsschwächer oder untrainierter die Läufer sind, um so stärker macht sich die Belastung in den Muskeln bemerkbar, sagt der aus Köln stammende Addy Balzer, der früher eher dem Schwimmsport zuneigte. Es ist zu spüren, dass er die Belastung des Körpers durch einen Marathon für zu hoch hält. Dennoch unterstützt er die Veranstaltung mit Freude. Zumal sie seinen Schülern nutzt. "Sie genießen es, und sie sammeln hier ihre Erfahrungen", sagt der 48-Jährige. Die Läufer genießen es auch. "Nach 40 Kilometern tut es eben einfach gut, wenn einer deine Beine anfasst", sagt Balzer. Einige seiner Kunden wollen sich sogar erkenntlich zeigen und zücken ihr Portemonnaie. "Aber das machen wir nicht. Wir wollen nichts haben." Zwischen 15 und 16 Uhr ist Schluss. Während die Läufer ihre Beine spüren, macht sich die Belastung des Tages auch in den Armen und Händen der Masseure bemerkbar. Der Verpflegungsstand in der Stader Straße ist zu diesem Zeitpunkt schon seit einigen Stunden abgebaut.


29.9.2008 Weser-Kurier:

Krämpfe verhindern Bombenzeit
Horst Bartholomä hält bei seinem 20. Marathon trotzdem durch

Von Volker Junck BREMEN. Da kommt er um die Ecke, läuft locker die letzten Meter auf der Bürgerweide und ist nach drei Stunden, 35 Minuten und 44 Sekunden im Ziel seines 20. Marathonlaufes. Gottseidank, muss man sagen, denn es hätte auch anders kommen können für Horst Bartholomä und uns.

Wir hatten den 54-jährigen Apotheker während seiner Vorbereitung auf den swb-Marathon begleitet. Wir ließen uns die spezielle Ernährung ("viele Nudeln") und das Training ("leider weniger Kilometer als geplant") im Hinblick auf das sportliche Großereignis erläutern. "So bei Kilometer 37 weiß man, ob man vorher genug getan hat", lautete sein Ausblick. Und genauso ist es auch gekommen: Bei Kilometer 37 die Rampe hinauf am Weserstadion erwischte es den schlanken Marathoni so heftig mit Oberschenkelkrämpfen, dass er fast aufgeben musste. "Da kann man überhaupt nichts machen und nur warten, dass es vorüber geht." Nach fünf Minuten trabte er dann weiter. Doch mit der angepeilten Zeit weit unter drei Stunden und 30 Minuten war es vorbei.

"Ich bin es einfach zu schnell angegangen", räumte er gegenüber den Mitläufern in seinem Leistungsbereich ein. Man treffe ja immer wieder die gleiche Leuten in der gleichen Endzeit plus oder minus fünf Minuten. Nun gratulieren sie sich gegenseitig und sind überglücklich, es wieder einmal überstanden zu haben. Zum etwas forschen Start haben sicher die vielen Zuschauer, die tolle Atmosphäre an der Strecke mit Musik und das ideale Wetter beigetragen. "Da passte einfach alles," schnauft Bartholomä mit einem Becher alkoholfreiem Weizenbier in der Hand. "Das ist das Beste danach." Erstaunlich schnell beruhigt sich der Puls, die schweren Beine lockern sich, das schweißnasse Trikot trocknet in der Sonne. "Nur mit dem Treppensteigen wird er Morgen seine Schwierigkeiten haben", weiß Ehefrau Sonja von diversen Rennen, darunter zweimal dem New York Marathon.

Während wir in der Nähe des Zieleinlaufs plaudern, reißt der Strom der Ankömmlinge nicht ab. Einer hat ein völlig blutverschmiertes Hemd, weil er die Brustwarzen nicht verklebt hat. Andere sind überall wund. "Die haben sich einfach nicht richtig eingeschmiert", bedauert der Apotheker die Leidenden. Ihm selbst kann so etwas nicht mehr passieren. Nur die Krämpfe - das ärgert ihn immer noch. Nach dem flotten Anfangstempo wäre er sonst "eine Bombenzeit" im Bereich seiner Bestmarke aus früheren Jahren gerannt.

Aber darum geht es eigentlich gar nicht. Marathonläufer sind eine Gruppe für sich. Sie ziehen offenbar ein enormes Glücksgefühl daraus, was andere als unmenschliche Schinderei betrachten. "Mittendrin denke ich oft, das ist das letzte Mal", bekennt Bartholomä. Und dann freut er sich schon auf die nächste Tortur über reichlich 42 Kilometer. Vielleicht noch einmal in New York.


29.9.2008 Weser-Kurier:

Alkoholfreies Weizen statt Wein
Médoc-Läufer Ralph Gülle hadert ein wenig mit seiner Zeit

Von Tobias Dohr BREMEN. Am Ende musste sich Ralph Gülle mit einem alkoholfreien Weizen begnügen. Der Bremer Langstreckenläufer, der vor drei Wochen am legendären Médoc-Marathon in Südwestfrankreich teilgenommen hatte (wir berichteten ausführlich), überquerte beim Bremer Marathon erschöpft und auch etwas enttäuscht die Ziellinie. "Ich habe diesmal mein persönliches Limit von vier Stunden leider nicht einhalten können", sagte der Zahnmediziner. 4:11 Stunden brauchte Gülle für die große Runde durch die Hansestadt - und gab auch dem französischen Pendant eine kleine Mitschuld: "Ich hab das ja noch nie gemacht, innerhalb von drei Wochen zwei Marathons laufen. Vermutlich wäre ich bei der Halbdistanz besser weggekommen." Vielleicht fehlten aber auch einfach nur die Weinproben, die Gülle vom Lauf in Frankreich nun ja gewohnt war. "Das glaube ich eher nicht", gab der 49-Jährige lachend zu Protokoll.

Auch wenn die Zeit "weh tat", so genoss Gülle den Lauf durch seine Heimatstadt in vollen Zügen: "Das ist einfach was ganz anderes hier. Man kennt die Straßen, trifft Leute und freut sich auf gewisse Stellen."Für dieses Jahr hat Gülle nun sein Pensum erfüllt. "Vielleicht kommt noch spontan ein Halbmarathon dazu, mal gucken." Und am Ende des Tages dürfte bei strahlendem Sonnenschein dann auch das alkoholfreie Weizenbier bestens gemundet haben.


29.9.2008 Weser-Kurier:

Ein Sieg der Taktik
Daniel Tobry aus Halle dominiert 10-km-Lauf / Bremer Ingo Müller Zweiter

Von Michael Thurm BREMEN. Eines durfte er sich gestern rühmen: Als einziger Bremer Läufer beim 4. swb-Marathon schaffte es Ingo Müller gestern aufs Podium. Zwar nicht über die 42, 195 Kilometer-Distanz, aber über die zehn Kilometer belegte der Athlet vom Marathon-Club Bremen Rang zwei. 33 Minuten und 17 Sekunden benötigte Müller für die Strecke und war mit dieser Zeit sichtlich zufrieden. "Normalerweise lauf ich ja nicht so weit," grinste er. "Meine Strecke sind eher die 5000 Meter."

Bis dahin hatte er jedoch gut mitgehalten, mit Daniel Tobry (33:17) . Doch dann zog der spätere Sieger an, verschärfte deutlich das Tempo und war von nun an "Herr des Laufes". "Daniel ist ein taktisch sehr gutes Rennen gelaufen", lobte der unterlegene Müller.

Daniel Tobry kommt ursprünglich aus Halle an der Saale, startet auch noch für Turbine Halle, doch inzwischen fühlt er sich schon als halber Bremer. "Ich lebe und arbeite seit vier Jahren in Bremen, deswegen kannte ich auch die Strecke ganz gut", erklärte der 25-Jährige. Er fühlt sich wohl in der Hansestadt und gestern durfte er noch einmal ganz besonders die schönen Seiten genießen. "Es war ein schönes Erlebnis. Die Witterungsbedingungen waren gut und die Streckenführung ist einfach klasse." Ähnlich empfand der Drittplazierte Daniel Naumann (33:31) aus Königswusterhausen. Der für die LC Cottbus startende Athlet ist mehr durch Zufall in Bremen gelaufen. "Eine Freundin, die in Delmenhorst wohnt, hat mich auf den Bremen-Marathon aufmerksam gemacht", begründete Naumann seine Teilnahme. Kein schlechter Tipp, wie sich im Nachhinein rausstellte.


29.9.2008 Weser-Kurier:

Von der Stadtführung zum Halbmarathon-Sieg
Wilhelm Hofmann aus Hessen überrascht auf der Halbdistanz / Julia Luck siegt bei den Frauen

Von Tobias Dohr BREMEN. Ein "alter Sack" hat den Bremer Halbmarathon gewonnen. Mit diesen drastischen Worte drückte der Sieger über die Halbdistanz, Wilhelm Hofmann, im Zielbereich aus, was er dachte. "Ich hätte nie geglaubt, dass ich alter Sack hier um den Sieg mitlaufe." Tat er aber. Und mit 1:16,20 Stunden gelang dem 44-Jährigen vom TSV Korbach sogar eine richtig gute Zeit - die den Hessen allerdings gleich zu Beginn in Zugzwang brachte. "1:16 Stunden war mein Ziel. Da das Tempo aber nicht so hoch war, bin ich ab Kilometer zwei alleine vorneweg gelaufen." Und genau das macht Hofmann als "klassischer Pulk-Läufer" eigentlich gar nicht so gerne. Es reichte dennoch zu einem ungefährdeten Sieg, den Hofmann nun auch gebührend feiern wollte. "Wir machen hier mit vier Ehepaaren gerade eine Städtetour. Die anderen konnten gestern schon etwas trinken, das hole ich jetzt nach." Platz zwei holte sich in einem dramatischen Finish Claudius Hoff (Bochum), der Thomas Clauß (LG Reinbeck) etwa 100 Meter vor dem Ziel noch übersprintete. "Am Ende ging gar nichts mehr", sagte ein dennoch zufriedener Clauß, der bisher jedes Mal in Bremen dabei war. "Dieses Jahr aber nur, weil ich in Berlin keinen Platz bekommen habe." Apropos Berlin. Da hatte der Hamburger bereits eine Vorahnung gehabt. "Bei dem perfekten Wetter geht in Berlin bestimmt was in Sachen Weltrekord." Er sollte bekanntermaßen Recht behalten.

Bei den Frauen setzte sich Julia Luck (LG Wedel/Pinneberg) in 1:27,07 Stunden vor Nadine Lofski (TSV Wunstorf) durch, die 24 Sekunden später ins Ziel kam. Dritte wurde Steffi Merkel-Heinz (SF Marburg) in 1:29,32 Stunden.


Weser Kurier am 27.09.2008:

Vereint im Siegen
Saarländer Ehepaar Tanja und Jörg Hooß gilt als Favorit beim 4. swb-Marathon

Von Michael Thurm BREMEN. Die Aussichten sind gut, zumindest die Wetteraussichten. Wenn die rund 1250 Marathon-Läufer morgen um 9.20 Uhr auf ihre 42-Kilometer-Reise gehen, ist ihnen Petrus hold: Wenig Wind, kein Regen sowie angenehme Temperaturen um 17, 18 Grad und Sonnenschein erwarten die Teilnehmer. So scheint zumindest die vom Veranstalter berechnete Siegerzeit von etwa 2 Stunden und 30 Minuten gesichert.

Dass allerdings ein Bremer als Erster die Ziellinie überlaufen wird, ist indes eher unwahrscheinlich. Als Favoriten beim 4.swb-Marathon zählt ein Ehepaar aus dem saarländischen Marpingen: Tanja und Jörg Hooß. Die beiden 100 km-Läufer sind die aktuellen Nummer acht und vier der deutschen Bestenliste. Ihnen das Siegen schwer machen wollen Vorjahressieger Rolf Schwabe vom VfB Fallersleben und die Vorjahresdritte von der LG Kreis Verden, Frauke Fichtner.

Die beiden wollen sich natürlich auch mit dem Titel eines niedersächsischen Meisters schmücken. Erst vor drei Wochen hat Rolf Schwabe den Marathon in Wolfsburg gewonnen - in 2 Stunden und 36 Minuten. "Diese Zeit wird er in Bremen deshalb nicht mehr erreichen", glaubt Torsten Naue. Bremens "Lauf-Papst", wegen einer Verletzung schon seit fünf Wochen außer Gefecht, sieht den Titelverteidiger dennoch ganz vorn.

Im Wettbewerb um den besten Bremer über die Marathon Distanz hat Naue gleich vier Namen auf dem Zettel. Jens Stepan vom Marathon-Club Bremen, Frank Themsen und Andreas Oberschilp (Beide LG Nord) sowie Markus Tofaute vom SV Werder. Tofaute vertritt die Riege der Werderaner Spitzenleute, die allesamt beim gleichzeitig stattfindenden Berlin-Marathon laufen. "Tofaute ist sicherlich nicht zu unterschätzen", meint Torsten Naue. "Schließlich hat er kürzlich erst den Halbmarathon an der Lesum gewonnen."

Ein Fragezeichen setzt Naue hinter die LG Nord-Athleten. "Frank Themsen und Andreas Oberschilp sind ja eigentlich Bahnläufer und haben zuletzt ein ordentliches Programm abgewickelt. Da muss man erst einmal abwarten, wie sie dies verkraftet haben." So lief Themsen erst letzte Woche beim Marathon auf Norderney - und gewann. "Frank ist eben ein Siegläufer", schmunzelt Naue. Und eben auch auf allen Strecken. Anders sieht es Bei Andreas Oberschilp aus. Er ist eher ein reiner Bahnläufer und testet morgen den Marathon erst einmal an. Ob der Test ein erfolgreicher sein wird, dass dürfte sich auf dem zweiten Teil der 42-km-Distanz entscheiden.


Weser Kurier am 27.09.2008:

Musik an der Strecke gibt müden Beinen wieder Kraft
15 Diskjockeys sorgen beim swb-Marathon morgen für gute Stimmung / Auch Anwohner unterstützen die Sportler / Heute Kinderlauf

Von Stefan Freye BREMEN. Mittlerweile sind es schon 15. An der Marathonstrecke werden in diesem Jahr 15 Diskjockeys für Stimmung unter den Zuschauern und Motivation der Läufer sorgen. Obwohl die professionellen Musikmacher doch eigentlich ganz andere Arbeitszeiten gewohnt sind. "Ja, DJs sind Nachtschwärmer, aber eben auch etwas verrückt", sagt DJ Toddy, der Koordinator der tonalen Rasselbande.

Seine Kollegen beschreibt er deshalb als "offen für tolle Sachen". Ein Problem, weitere Diskjockeys für den Dienst am Sonntagmorgen zu bekommen, hatte er nicht, und das ist sicherlich ein Vorteil für die Veranstaltung am morgigen Sonntag. Viel zu wichtig ist die Musik nämlich für die drei Läufe - neben Marathon werden auch ein Halbmarathon und ein Lauf über zehn Kilometer ausgetragen.

"Die Unterstützung an der Strecke hat schon so manchem müden Bein wieder neue Kraft verliehen", sagt Organisationsleiter Utz Bertschy. Wobei er sich nicht auf die DJs allein beschränkt. Bertschy meint auch die Aktionen der Zuschauer und Anwohner selbst. Davon gibt es in jedem Jahr mehr. Manche stellen einfach eine Bierzeltgarnitur auf und laden die Nachbarn ein, andere holen die Anlage in den Vorgarten.

"So etwas hilft uns und den Läufern sehr", sagt Utz Bertschy. Dabei kommt es nicht darauf an, was genau die Zuschauer zum Geräuschpegel beitragen. Den Läufern - und um sie geht es ja vorrangig - ist es ziemlich egal, ob sie den Rhythmus einer Waschmitteltrommel hören oder CD-Klänge. In jedem Fall macht der Trend hin zum Eventcharakter auch vor dem swb-Marathon nicht halt. Einfach eine Strecke bauen und laufen lassen - das war gestern. Heute ist umfassende Unterhaltung angesagt.

Weshalb die Verantwortlichen auch nur zu gern auf den Vorschlag aus der Überseestadt eingingen: Dort - also kurz vor dem eher tristen Abschnitt durch das alte Hafengebiet - ist am Sonntag bei Speicher I ein kleines Fest mit Getränke- und Imbissständen vorgesehen. Das Feld von Marathon und Halbmarathon wird nun in einen Eingang des großen Speichers geführt. Auf einem roten Teppich verlassen die Läufer das Gebäude schließlich, angeschoben von Musik, Cheerleadern und Tanzgruppen.

Die Gestaltung der Bürgerweide folgt ebenfalls dem immer größeren Interesse an einem Spektakel. Auch aus diesem Grund wurde der im vergangenen Jahr noch ein wenig unübersichtliche Zieleinlauf abgeändert. Die Finisher aller drei Läufe kommen nun über eine rund 170 Meter lange Zielgerade gelaufen, was den Unterhaltungswert für die Zuschauer deutlich steigern sollte.

Neben dem Milram-Truck, der mit Verköstigungs- und Mitmachstationen bereits bei der letzten Etappe der Deutschland-Tour für großen Zulauf sorgte, warten weitere Stände auf die Besucher. Zum Kinderlauf am heutigen Sonnabend (15 Uhr) haben die Veranstalter zudem tierische Hilfe eingeladen: Eine Theatergruppe wird die Bremer Stadtmusikanten geben. Abrunden soll das Angebot eine Aktion des Landessportbundes, der sein Spielmobil zum swb-marathon schickt.


Weser Kurier am 26.09.2008:

Ein Marathon - oder die längste Weinprobe
Die Erlebnisse von Ralph Gülle beim Médoc-Lauf

Von Tobias Dohr BREMEN. Jeden Tag ein Glas Rotwein - das soll gesund sein. Sagt der Volksmund. Gut für den Kreislauf soll es sein und die Konzentration steigern. Dieses Gläschen Wein allerdings mit sportlichen Höchstleistungen oder gar einem Marathonlauf zu paaren, davon würde wohl auch Volkes Stimme abraten. Ralph Gülle hat es kürzlich trotzdem getan. Der Bremer startete beim Médoc-Marathon in Südwestfrankreich, bei dem Weinproben an den Verpflegungsstationen zum Kult gehören.

Beim 4. swb-Marathon am Sonntag wird Gülle auf solcherlei Verköstigung zwar verzichten müssen, trotzdem hat er sich vorgenommen, auch die 42,195 Kilometer über die Straßen der Hansestadt durchzustehen.

Beim Médoc-Marathon, dort zwischen Gironde und dem Golf von Biskaya, wo die wunderbaren Bordeauxweine angebaut werden, treffen sich tausende begeisterter Ausdauersportler, um einen Langstreckenlauf der etwas anderen Art zu absolvieren. Die Veranstaltung genießt längst über die französischen Landesgrenzen hinaus Kultstatus und ist zu einem landestypischen Höhepunkt geworden - sowohl aus kultureller wie auch sportlicher Sicht.

Einer, der in diesem Jahr dabei war, ist Ralph Gülle. Der Zahnmediziner aus Bremen kam an einen der begehrten Startplätze, die streng limitiert sind. Lediglich 8000 Auserwählte, darunter nur wenige ausländische Läufer, dürfen sich bei diesem etwas anderen Marathon beweisen. Mitmachen wollen stets weit über 20000 Interessenten. "Es ist einfach etwas ganz Besonderes", sagt Ralph Gülle.

Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem "Marathon des Châteaux et des Graves", wie die offizielle Bezeichnung lautet und den es bereits seit 1984 gibt? "Es ist die Kombination von Marathon und Weinprobe, verpackt in einer Art Karnevalsstimmung", erklärt Gülle und fügt mit leuchtenden Augen hinzu: "Es ist sozusagen die längste Weinprobe der Welt." Sowohl Läufer als auch Zuschauer verkleiden sich für diese Veranstaltung mehr oder weniger originell. Und neben den natürlich auch in Südwestfrankreich vorhandenen "normalen" Verpflegungsstationen kommen beim Médoc-Marathon eben noch die etwas anderen dazu. "Alle paar Kilometer führt die Strecke über ein Weingut. Dort kann dann, wer will, eine kleine Rast inklusive Weinprobe einlegen", berichtet Ralph Gülle, der die Distanz mit einem bayerischen Hut auf dem Kopf zurücklegte. "Ich hatte das mit dem Verkleiden unterschätzt und nur für den Notfall etwas eingepackt." Saufen statt Laufen, wird der Volksmund nun schnell urteilen. Doch weit gefehlt. Das erste Weindepot kommt zwar bereits zweieinhalb Kilometer nach dem Start, wird aber noch etwas stiefmütterlich links liegen gelassen. Erst ab Kilometer zehn nutzen die meisten das exquisite Angebot. "Man will ja schließlich auch ins Ziel kommen", sagt Gülle. Er weiß, wovon er spricht. Mit viel Vorfreude, aber auch etwas Argwohn hatte er sich auf den Weg nach Frankreich gemacht. "Es ist schon eine komische Verbindung, Wein und Langstreckensport." Doch am Ende kam auch Gülle auf gut und gerne 15 Stopps, beziehungsweise Weinproben, wobei er penibelst darauf achtete, nach jedem Schluck Wein die doppelte Menge Wasser nachzuschütten. "Das ist wichtig, damit es nicht zu heftig wird", erklärt Gülle. Die 42,195 Kilometer schaffte er in respektablen 4:18 Stunden, und das, obwohl die Vorbereitung auf den Médoc-Lauf ausschließlich laufend und nicht saufend stattfand. "Sonst lauf ich zwar immer unter vier Stunden, aber in diesem Fall war die Zeit natürlich absolut nebensächlich." Ergebnislisten gibt es zwar, aber "da guckt niemand drauf."

Stattdessen erfreut sich die tapfer durchhaltende Läuferschaft lieber an dem Austernstand, der bei Kilometer 38 aufgebaut ist. Übrigens auch der einzige Punkt, an dem passenderweise Weißwein gereicht wird. Und abends lockt dann das große Fest. Natürlich ebenfalls mit ausreichend französischen (Wein-)Spezialitäten. "Da schafft man die letzten Kilometer dann auch noch irgendwie", erinnert sich Gülle.

Auch beim 4. swb-Marathon ist der Werderfan nun natürlich dabei. Dieser Termin stand ganz dick in seinem Terminkalender. Dann kam der Ruf aus Frankreich. Nun ist sich Gülle nicht sicher, ob er nach nur drei Wochen Regeneration schon wieder über die volle Distanz gehen kann. 14 Marathons hat der ehemalige Volleyballer, den ein Kreuzbandriss zum Langstreckenlauf brachte, seit 1999 bereits absolviert. Unter anderem war er in Berlin, Paris, London und New York. Doch so etwas wie in Südwestfrankreich hat er noch nie erlebt. "In vino veritas" - im Wein liegt Wahrheit. Das wussten schon die alten Römer. Dass sich Ralph Gülle nun aber auch entlang der Bremer Strecke eigens kleine Weindepots eingerichtet hat, ist wohl nicht mehr als ein Gerücht


Weser Kurier am 16.09.2008:

Am Klangbogen entlang ins Ziel
Vierter swb-Marathon am 28. September noch attraktiver

Von Michael Thurm BREMEN. Er hatte sich diesen Montagmorgen extra freigehalten - berufliche Termine in Berlin und Zürich verschoben. Für Willi Lemke ist es einfach Ehrensache, die Verantwortlichen des swb-Marathons bei ihrer Vorbereitung der vierten Auflage der Veranstaltung am 28. September zu unterstützen. "Der swb-Marathon ist ein Bestandteil des Bremer Sports. Der darf nicht in der Versenkung verschwinden", erklärte Lemke seine Teilnahme an der Pressekonferenz.

Und weil dem passionierten Langstreckenläufer just dieser Sport so am Herzen liegt, richtete er gleich einen flammenden Appell an die Bremer Bürger und potentiellen Zuschauer am Rande der Strecke. "Stellt was auf die Beine, macht Aktionen. Die Läufer brauchen den Zuspruch." Lemke selbst wird an diesem Sonntag auch auf die Strecke gehen, allerdings wird er - wie schon im Vorjahr - nur beim Halbmarathon starten. Eine Verletzung kurz vor Olympia zwang ihn zur Pause. Doch nun ist er gut trainiert. "Ich werde sicherlich gut laufen", ist Lemke, gleichzeitig Schirmherr des Lauf-Events überzeugt. Zuletzt ist er viel im Bürgerpark gewesen und hat dabei festgestellt, "dass halb Bremen für den Marathon trainiert".

Eine Nachricht, die vor allem auch Utz Bertschy freut. Bertschy ist Organisationsleiter des Laufes und natürlich daran interessiert, dass der kleine, aber feine Bremen-Marathon in der Läufer-Szene seinen festen Platz findet. Dabei stört es Utz Bertschy überhaupt nicht, dass am selben Tag auch der Berlin-Marathon ausgetragen wird. "Berlin ist für uns keine Konkurrenzveranstaltung. Die kaufen sich Weltrekordläufer ein, doch wir sind eine Breitensport orientierte Veranstaltung. Unser Blick richtet sich auf die regionale Spitze." Bertschy rechnet mit einer Teilnehmerzahl ungefähr auf dem Niveau des Vorjahres - rund 2000 Starter beim Halbmarathon, etwa 1300 bis 1400 Marathonis. Genaue Zahlen lagen gestern noch nicht vor, da die online-Anmeldung erst heute Nacht endet und Nachmeldungen natürlich auch weiterhin möglich sind.

Wer sich aber bereits angemeldet hat, darf sich über einen besonderen Service freuen. "Jeder Läufer findet auf seiner Startnummer auch seinen Namen, da können die Zuschauer die Läufer ganz persönlich begrüßen, erklärt Herwig Renkwitz, der Sportliche Leiter der Veranstaltung und zuständig für die exakte Streckenführung. Renkwitz hat bereits die Strecke abgemessen, in einer sechsstündigen Nachtschicht - auf dem Fahrrad und im Schutze der Polizei. "Ich musste ja auch oft gegen den Verkehr fahren, das geht dann nicht ohne polizeiliche Hilfe," schmunzelt Renkwitz.

Bis auf drei kleine Änderungen schickt der Sportliche Leiter die Läufer auf die bekannten 42 Kilometer. Zum einen müssen sie diesmal in der Überseestadt durch den Speicher 1 laufen, zum anderen zwingt der Bau des Weser-Towers Renkwitz zu einer kurzen Umgehung Richtung Schlachte. Anders als in den Vorjahren hat Herwig Renkwitz in diesem Jahr die Zielführung geplant. "Die Läufer erwartet diemal eine 167 Meter lange Zielgerade, direkt am Klangbogen entlang. Das wird für alle ein ganz besonderes Erlebnis werden. Da werden viele noch einmal Energien freisetzen", ist sich der Sportliche Leiter sicher.


Weser Kurier am 13.09.2008:

Wesentliche Verkehrsadern bleiben frei
Marathon-Organisator Utz Bertschy verspricht auch die eine oder andere Überraschung für die Läufer

Am 28. September startet der 4. swb-Marathon, rund 4000 Läufer machen sich auf den Weg durch die Stadt. Vor dem Ereignis sprach Stefan Freye mit Organisator Utz Bertschy über den Stand der Vorbereitungen.

Frage: Noch knapp drei Wochen bis zum swb-Marathon. Das ist eigentlich die Zeit, in der unvorhergesehene Dinge passieren. Wie sieht es denn aus? Utz Bertschy: Bisher sind wir gut unterwegs in der Vorbereitung. Alles ein bisschen früher als in den letzten Jahren, was zeigt, dass wir einen gewissen Erfahrungsschatz entwickelt haben. Nichtsdestotrotz gibt es immer wieder Dinge, die sich sehr kurzfristig entwickeln. Erst in der letzten Woche hat die DFL zum Beispiel festgelegt, wann Werder gegen Hoffenheim in der Bundesliga spielt. Die Partie ist nun Gott sei Dank am Sonnbabend terminiert. Würde sie am Sonntag parallel zu unserer Veranstaltung stattfinden, hätte die Polizei gesagt, beide Veranstaltungen an einem Tag: das geht nicht, das ist so personell nicht zu leisten.

Und was dann? Als Veranstalter eines Marathons sind wir zwar an die 42 Kilometer gehalten, andererseits ist Bremen ja für seine kurzen Wege bekannt. Da hätten wir uns sicher schnell mit allen Beteiligten zusammen gesetzt und kurzfristig nach einer Lösung gesucht.

Dem Marathon zur Akzeptanz in der Stadt verhelfen - so lautet seit Jahren Ihr Motto. Sehen Sie Fortschritte? Ich glaube schon. Der beste Spruch dazu kam eigentlich von Herrn Laverenz, dem Koordinator bei der BSAG. Er sagte: Marathon ist doch schon fast so wie Freimarkt: Wir wissen alle, wie es funktioniert.

Das Thema Rahmenprogramm soll immer mehr Platz einnehmen. Was gibt es Neues? Wir haben die Anzahl der DJs erhöht auf 14, und der Lauf durch den Speicher I zwischen Hansetor und Muggenburg ist ein weiteres Highlight. Die Idee ist es, mit den Gastronomen vor Ort ein kleines Marathon-Frühstück zu installieren. Zudem wollen wir in diesem Bereich auch Cheerleader präsentieren. Auch werden wir wieder Livemusik haben und die Gestaltung und Konzeption auf der Bürgerweide weiter vorantreiben. Das bezieht sich auf die eingesetzte Technik, die wird besser sein, auf die Unterhaltungsmöglichkeiten und die Hallennutzung. Schließlich gibt es jetzt eine richtige Zielgerade, so dass wir nun einen 167 Meter einsehbaren Bereich haben. Und die eine oder andere geplante Überraschung für die Läufer wird es auch auf der Strecke geben. In jedem Fall ist es ein Vorteil für die Akzeptanz, dass die Strecke bis auf kleine Änderungen konstant geblieben ist.

Wie viele Läufer werden die Zuschauer denn sehen am 28. September? Wir sind auf dem Niveau des Vorjahres, beim Halbmarathon ist eine Steigerung abzusehen. Da werden vermutlich über 2000 Läufer dabei sein, und insgesamt sollten wir die 4500 Anmeldungen wieder erreichen.

Die Einführung des Halbmarathons vor zwei Jahren wurde kontrovers diskutiert. Haben Sie sich nicht die Konkurrenz ins eigene Haus geholt? Das mag auf den ersten Blick so ausschauen. Auf der anderen Seite: Wer keinen ganzen Marathon laufen kann, würde sonst vielleicht gar nicht laufen. Der Reiz, von der Bürgerweide bis zum Rhododendronpark zu laufen, um dann dort den Marathon auf der Hälfte zu beenden, ist sehr begrenzt. Zumal es an diesem Tag nicht mal öffentliche Verkehrsmittel gibt, die einen zurückbringen. Aber ganz im Ernst: Für den Marathon zu üben, bedeutet einen hohen Trainingsaufwand, den nicht jeder treiben kann. Deshalb gibt es für alle, die bei einer solchen Veranstaltung überhaupt dabei sein wollen, den Zehn-Kilometer-Lauf und insgesamt einen Trend hin zum Halbmarathon. Zu sehen, dass die Teilnehmer souverän durchs Halbmarathon- oder Zehn-Kilometer-Ziel laufen, ist mir allemal lieber, als mit dem letzten Tropfen ins Marathonziel zu schwanken. Und vielleicht haben die Halbmarathonis dann ja so viel Spaß beim Lauf gehabt, dass sie sich sagen: beim nächsten Mal gut vorbereitet auf die volle Distanz.

Was ist hinsichtlich der Verkehrssituation zu erwarten? Uns ist schon bewusst, dass wir mit dem Marathon maßgeblich in den Straßen- und Nahverkehr eingreifen. Aber wir und auch die Behörden haben in der Streckenkonzeption darauf geachtet, dass wesentliche Verkehrsadern freibleiben, sodass man jeden Flecken Bremens erreichen kann. Die Ausnahme ist Findorff, der Stadtteil ist sicher am stärksten betroffen. Gerade dort ist die Akzeptanz aber sehr gut - auch durch die SG Findorff beeinflusst, die sehr viele Helfer für unsere Veranstaltung stellt. Wir lassen aber nicht nur laufen und die anderen den Verkehr regeln. Auf unserer Homepage stehen deshalb schon seit einiger Zeit die Verkehrsinformationen, und außerdem werden wir wieder Anwohnerinformationen verteilen. Auch hier gilt, gut vorbereitet zu sein, hilft immer. Andererseits kommt ja selbst Weihnachten für viele immer wieder überraschend.

ZUR PERSON
Utz Bertschy Organisationsleiter Utz Bertschy wurde am 22. August 1967 in Nordheim geboren. Der ehemalige Niedersachsenmeister im Crosslauf betreibt zwei Sportläden in Bremen. Als Vorsitzender des Marathon Clubs Bremen verhalf er dem Marathon 2005 nach 14 Jahren Pause zu einem Comeback.


Weser Kurier am 25.07.2008:

Der Marathon zieht ins Zelt
Sonntag erster Vorbereitungslauf zur Veranstaltung im September

Von unserem Mitarbeiter
Stefan Freye

BREMEN. Der Startschuss fällt am Sonntag um 8.00 Uhr: Mit dem ersten Vorbereitungslauf zum swb-Marathon am 28. September beginnt die aktive Phase des Marathon-Clubs Bremen. Einige hundert Läufer werden sich im Rhododendronpark für ihre Aufgaben im Herbst präparieren. Denn nicht nur die Marathonis gehen auf die fünf Kilometer lange Strecke durch den Park in Horn, auch die Starter des Halbmarathons und des 10-Kilometer-Laufes können den Ernstfall proben. Bis zu sieben Mal wird die Runde am Sonntag gelaufen. Unter Bedingungen, die dem swb-Marathon schon recht nahe kommen. Schließlich wird im Start-Zielbereich auf Höhe des Deliuswegs ein Verpflegungsstand mit Obst und Getränken aufgebaut. Um den Start-Zielbereich des großen Marathons kümmern sich Organisationsleiter Utz Bertschy und sein Team derzeit auch - aus gegebenem Anlass. Im vergangenen Jahr hatte es nämlich Ärger gegeben, weil Annahme und Ausgabe der Kleiderbeutel nicht reibungslos klappten. "Deshalb werden wir in diesem Jahr wieder zum System aus 2006 zurückkehren", sagt Bertschy. Zudem werden die schlichten und wenig beliebten Plastiktüten aus dem vergangenen Jahr in diesen Jahr wieder ausgetauscht gegen richtige Kleiderbeutel. Die werden im September übrigens aus einem Zelt abgeholt: Die Startnummernausgabe befindet sich ebenso wie die Marathonmesse im großen Hansezelt - also in jener Lokalität, die den Bremern vom sich anschließenden Freimarkt her bekannt ist. "Wir wollten alles etwas kompakter machen, und da haben wir das Angebot der Schausteller gern angenommen", begründet Bertschy die ungewöhnliche Liaison zwischen Sport und Vergnügen. Wobei auch die Veranstaltung am 28. September immer mehr auf ein Rahmenprogramm setzt. Bertschy: "Die Resonanz auf die DJs an der Strecke war sehr gut, deshalb wollen wir das ausbauen." Rund ein Dutzend Musikstationen soll es nun geben. Eine davon an der einzigen Streckenänderung: Das Feld von Marathon und Halbmarathon wird eine kurze Schleife zum Speicher 1 laufen und dort von einem "kleinen Fest" (Bertschy) begrüßt werden. Der Marathon-Macher weist noch auf eine wichtige Neuerung hin: Gemeinsam mit AOK, Rehazentrum und Herzzentrum bietet der Marathon-Club nun einen kardiologischen Gesundheitscheck an. "Wir haben das unseren Teilnehmern immer empfohlen, nun wurde die Untersuchung auch inhaltlich bestimmt", so Bertschy.


Weser Kurier am 03.07.2008:

Schweiß zum Start der Breminale
Premiere für den ersten Firmenlauf zur Festwiese

Von unserem Mitarbeiter
Volker Junck

BREMEN. Mal was anderes: Zum Start der Breminale wurde gestern Abend nicht gemütlich gebummelt, sondern heftig gerannt. Und zwar über schweißtreibende 5,1 Kilometer vom Café Sand bis zur Stephanibrücke und auf der anderen Weserseite zurück zum Festivalgelände am Osterdeich.

Das war dann die Premiere des "1. Firmenlaufs zur Spätschicht" mit 45 Teams, bestehend aus mindestens fünf Männern und Frauen, sowie zwei Dutzend Einzelläufern. Zu gewinnen gab es keine Siegprämien oder Pokale - dafür aber das herrliche Gefühl, mitgemacht und durchgehalten zu haben. Der Marathon Club Bremen als Veranstalter nahm keine Zeiten und wollte den Spaßcharakter in den Vordergrund stellen.

Und Spaß hatten wohl alle, auch wenn am Ende etliche weniger trainierte Beinmuskeln sauer wurden. Sandra Wentzeck als einzige Frau im Team der Post: "Die Männer haben ganz schön aufs Tempo gedrückt. Da hat einen dann doch der Ehrgeiz gepackt, mitzuhalten." Zusammen starten und gemeinsam ankommen - das wollten die meisten Mannschaften. Wie die "Roadrunners" von der Gewoba. Jörg Michaelis: "Das ist ja auch Sinn des Ganzen".

Geschlossen ins Ziel trabten auch die "Fitmacher" mit ihren Trainerinnen Martina Woeber-Linnenbrügger und Ilke Kahl. Die ganze Strecke hielten sie Geräte in den Händen, die von den beiden Profis als wahre Wunderwaffen für die Fitness beschrieben werden: mit Granulat gefüllte Stäbe zur Stärkung aller möglichen Muskeln, Sehnen und Gelenke beim Joggen, Laufen und Inline-Skaten - gut auch gegen Tennisarme und sonstige sportliche Wehwehchen.

Anwaltspraxen, Baufirmen, die Flotte von Lamotte, swb, AOK , Reisebüros oder Gastronomen - alle rannten sie nicht nur zum Vergnügen, sondern auch für einen guten Zweck. Von den 15 Euro Startgeld gehen fünf Euro an die Breminale, die Bremer Leselust und die Beluga School for Life.

Ab zum Duschen - und dann ins Vergnügen der Breminale mit ihren 121 Veranstaltungen bis zum Sonntag. Schon vor der offiziellen Eröffnung durch Kultur-Staatsrätin Carmen Emigholz strömte es gewaltig zum Osterdeich mit den drei Festzelten, dem Musikschiff "Treue", den Mitmach-Bühnen und all den Imbissbuden. Was man hat, das hat man. Schließlich galt die Breminale viele Jahre als verlässliche Regenmacherin. Wir wollen nicht unken, weil für die nächsten Tage Gewitter angesagt sind. Doch wie es gestern aussah, scheint das "Kulturfest für alle", so die Staatsrätin, nun zum Symbol für den Klimawandel zu werden. Davon können die Firmenläufer ein Lied singen, die schon schwitzten, bevor sie losrannten.


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