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Pressearchiv Weser Kurier am 12.12.2007: Fragestunde der Stadtbürgerschaft Start - Ziel - Empfang Erst laufen, dann loben: Die Anstrengung, die der Bremen-Marathon für die Aktiven automatisch mit sich bringt, wird künftig vom Senat noch mehr gewürdigt. Es soll laut Sport-Staatsrat Göttrik Wewer nicht mehr damit getan sein, dass die Stadtgemeinde unter anderem für die Sicherung der Strecke sorgt und bremische Gesellschaften mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn die anderen laufen. Die Landesregierung, so ergänzte Wewer auf eine Anfrage des grünen Parlamentariers Björn Fecker, wolle weiter die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernehmen - und darüber hinaus "als Neuerung im Januar 2008 die erfolgreichen Bremer ,Marathonis' und entscheidende Helfer des Bremen-Marathons im Rahmen eines Senatsempfangs besonders ehren". Auf diese Weise solle die Bedeutung der Veranstaltung noch unterstrichen werden. Der stellvertretende Sport-Ressortchef bescheinigte dem Bremen-Marathon "eine durchaus hohe Werbewirksamkeit" im gesamten nordwestdeutschen Raum. Die Veranstaltung habe sich fest etabliert und ziehe "mehrere 10000 Zuschauer" an. Laut Veranstalter waren in diesem Jahr 5000 Teilnehmer aus 27 Nationen angemeldet. Weser Kurier am 03.12.2007: Die gute Tat Vor dem 3. swb-Marathon hat der Laufladen "Sport-Ziel" drei Vorbereitungsläufe veranstaltet. Statt einer Startgebühr leisteten die Teilnehmer eine Spende für die Professor-Hess-Kinderklinik. Den gesammelten Betrag in Höhe von 1000 Euro hat jetzt der Marathon-Organisator Utz Bertschy der Kinderklinik übergeben. Die Spende kommt der Ausstattung der Aufenthalts- und Spielzimmer zugute. Weser Kurier am 17.10.2007:
„Das Wetter können wir ja nicht beeinflussen"
Bremen. Vor knapp drei Wochen ging der 3. swb-Marathon über die Bühne. Zeit genug, um sich ein paar Gedanken über Ablauf und Zukunft der Veranstaltung zu machen. Unser Mitarbeiter Stefan Freye sprach mit Organisationsleiter Utz Bertschy.
Wie beurteilen Sie die Veranstaltung mit einigem Abstand?
Man sprach allerdings von Wartezeiten an der Kleiderbeutelabgabe für die 10-Kilometer- und Halbmarathonläufer.
Zudem gab es Kritik an den Kilometerschildern.
Sind schon weitere Änderungen beim 4. swb-Marathon am 28. September 2008 abzusehen?
Also hat sich der neue Weg durch Schwachhausen in diesem Jahr gelohnt?
Und der Zieleinlauf auf der Bürgerweide?
Wie kamen die musikalischen Streckenposten an? Weser Kurier am 01.10.2007:
Fest in Schwabes Hand
Von unserem Redakteur
BREMEN. Der 3. swb-Marathon machte es möglich. Gestern hätte man die Bürgerweide auch umtaufen können - in "Schwabenland". "Der beste Bremer ist ein Schwabe", jubelte Simon Beeck bei der Siegerehrung ins Mikrofon. Rainer Koschke, der gebürtige Stuttgarter und aktuelles Mitglied der Uni Triathlöwen, hatte sich über die 42,195 Kilometer den dritten Platz erlaufen. Der Bremen 4-Moderator hätte es noch toppen können: Denn der beste Läufer heißt Schwabe - genauer: Rolf Schwabe. Der 44-Jährige vom VfB Fallersleben siegte im Alleingang in 2:34.05 Stunden vor dem Magdeburger Martin Butzlaff (2:37.25) und eben dem schwäbischen Hochschulprofessor Koschke (2:37.31), der sich nicht nur gut in Informatik auskennt, sondern auch ausdauernd rennen kann (siehe nebenstehenden Bericht). Gestern Morgen, 7.30 Uhr, Radio Bremen 1 verkündet das Wetter: Temperatur 12 Grad, Wind aus Südwest, Regenwahrscheinlichkeit 30 Prozent. "Ideales Marathon-Wetter, da kommen die Läufer nicht ins Schwitzen", meinte der Moderator. Ins Schwitzen kamen sie tatsächlich nicht, die Läufer. Zufrieden mit der Unterstützung des Wettergottes waren sie allerdings auch nicht - zumindest nicht die Siegläufer. "Ich hatte mir schon eine bessere Zeit vorgestellt", maulte Rolf Schwabe nach dem Zieldurchlauf. " Eine 2.31 wäre ich schon gern gelaufen." Das daraus nichts wurde, lag eben doch am Wetter. "Ich bin eher ein Hitze-Läufer, das mag ich lieber." Weniger allerdings der feine Nieselregen störte die Athleten, eher der teilweise heftige Gegenwind. "Das war schon schwer, vor allem, wenn man praktisch die ganze Strecke allein laufen muss." Doch ganz allein war Rolf Schwabe, der sich gestern auch mit dem Titel Norddeutscher Marathon-Meister 2007 schmücken durfte, ja nicht. Trotz des ziemlich fiesen Wetters hatten es die nicht-rennaktiven Bremer vom Frühstückstisch gezogen, ran an die Strecke. "Das Schönste am Marathon war heute das Publikum", schmelzte denn auch Rolf Schwabe ins Mikrofon. Worte, die auch Chef-Organisator Utz Bertschy gerne hörte. "Wir können ein insgesamt positives Fazit ziehen", meinte Bertschy. "Es dürften wohl rund 25000 bis 30000 Zuschauer an der Strecke gewesen sein." Dass es gestern nicht zu den in den Vorjahren erreichten Zahlen reichte, es war verständlich angesichts der dunklen und nasskalten Witterung. Dennoch hat sich die neue Streckenführung bewährt. "Sie ist für die Aktiven reizvoller geworden", freute sich der Bremer Marathon-Boss. Und dort, wo es durch dichte Wohngebiete ging, honorierten die Bremer die Leistung der rund 1500 Marathonis. " Besonders im Gete-Viertel war viel los", wusste Utz Bertschy zu berichten. Ein Eindruck, den auch die schnellste Frau bestätigte: "Ich bin zum ersten Mal in Bremen gestartet. Das ist ein wunderschöner Marathon, eine sehr schöne Strecke, vor allem am Deich lang macht sie sehr viel Spaß", betonte die 32-jährige Inga Ruhl vom TSV Kirchdorf, die ebenfalls von der Begeisterung am Rande der Strecke angetan war. "Im Vergleich dazu herrscht beim Hannnover-Marathon tote Hose." Die kleine Niedersächsin, die erst vor fünf Jahren überhaupt mit dem Laufen begann, musste ähnlich wie der Sieger bei den Herren lange allein laufen, ehe sie das Ziel auf der Bürgerweide erreicht hatte. " Der Wind war schon enorm", erzählte sie später. "Deshalb bin ich mit meiner Zeit eigentlich ganz zufrieden." Warum auch nicht: Bei 2:48.03 blieb die Uhr schließlich stehen - eine persönliche Bestzeit in ihrem fünften Marathon. Hinter Inga Ruhl folgten mit deutlichem Abstand die Stuttgarterin Dorothea Grupp (2:53.13) und Frauke Fichtner von der LG Verden in 3:09.15. Fast schon ein Klassenunterschied. Weshalb auch die kleine Hannoveranerin verkündete: "Ich komme gerne nächstes Jahr wieder." Dem steht auch von Seiten der Veranstalter gewiss nichts im Wege: " Das Bremer Marathon-Fest geht weiter", versprach Utz Bertschy. Und vielleicht heißt es dann wieder: Bürgerweide ein "Schwabenland". Weser Kurier am 01.10.2007:
Koschke gewinnt Marathon-Duell
Von unserem Redaktionsmitglied
BREMEN. Als Rainer Koschke nach 2:37:31 Stunden als drittschnellster Läufer des 3. swb-Marathons über die Ziellinie lief, war ihm seine Freude deutlich anzusehen. Überglücklich reckte er die Arme in den Himmel und lief zu seiner Familie, die im Zieleinlauf auf ihn gewartet hatte. Doch statt sich wie die anderen Läufer möglichst schnell in die warmen Katakomben zum Duschen und Aufwärmen zurückzuziehen, blieb er noch lange stehen und wartete auf den Mann, den er soeben im Duell um den Titel des schnellsten Bremer Marathonis geschlagen hatte. Gut achteinhalb Minuten später lief Frank Themsen von der LG Bremen-Nord mit einer Zeit von 2:46:06 Stunden ins Ziel und wurde von seinem sportlichen Kontrahenten in Empfang genommen. "Heute lief einfach nichts zusammen", bilanzierte Themsen nach dem Lauf. Zu Beginn der 42,195 Kilometer langen Strecke hatte er noch das Tempo gemacht und sich nach dem Start rasch einige hundert Meter von Koschke abgesetzt. "Er ist den Lauf sehr schnell angegangen", sagte Rainer Koschke von den Uni Triathlöwen. "Ich habe mich aber nicht aus der Ruhe bringen lassen und bin mein Tempo weitergelaufen." Bei Kilometer 18 ging seine Taktik auf. "Da habe ich gemerkt, dass es bei Frank nicht mehr so lief und bin an ihm vorbeigezogen." Dass er am Ende auf den Bronze-Rang vorlaufen konnte, war auch für Koschke eine kleine Überraschung. "Ich wusste, dass ich mich sehr gut vorbereitet hatte und habe gehofft, dass es zu einer vorderen Platzierung reichen würde. Vor lauter Aufregung habe ich aber letzte Nacht kaum ein Auge zu gemacht, deshalb bin ich froh, dass es so gut geklappt hat." Am Ende war auch sein taktisches Geschick ausschlaggebend für die gute Leistung. Zweimal sei er vor dem Rennen die Strecke abgefahren, erzählt der Physikprofessor der Uni Bremen. "Deshalb wusste ich, dass bei Kilometer 28 bis 30 eine gute Gelegenheit für einen taktischen Angriff auf den bis dahin drittplatzierten war. Das habe ich gewagt." Themsen, dem die Anstrengungen seines vorherigen Marathonlaufs auf Norderney noch in den Beinen steckten, war mit seiner Leistung hingegen weniger zufrieden. "Ich glaube, ich war einfach nicht erholt genug. Rainer ist ein tolles Rennen gelaufen, aber bei mir war heute einfach nicht mehr drin." Weser Kurier am 01.10.2007: Überraschung im 10-km-Lauf BREMEN (MTH). Der Veranstalter hatte es geschickt verpackt. "Wegen der vielen Nachmeldungen verschiebt sich der Start um zehn Minuten", ließ er via Mikrofon den 2000 Teilnehmern des Halbmarathons verkünden. Doch dies war nicht der wahre Grund: Es gab schlichtweg Probleme bei der Abgabe der Kleiderbeutel. Eine Berufsschulklasse, als fleißige Helferlein verpflichtet, glänzte durch Komplett-Verweigerung. Der Rest hatte Schwerstarbeit zu erledigen - und erledigte die Arbeit gut, wenn eben auch mit Zeitverzögerung. Die Läufer selbst nahmen's mit Gelassenheit und spulten leicht verspätet ihre 22 Kilometer ab. Nach 1:10.20 überquerte Markus Pingpank schließlich die Ziellinie - kein Unbekannter in der Szene und außerdem Trainer der späteren Marathon-Siegerin Inga Ruhl. Knapp vier Minuten später erreichte Torsten Naue als bester Bremer das Ziel. Besser, aus Bremer Sicht, lief es bei den Damen. Carolin Schiff von den Road Runners Bremen lief in 1:28,15 die beste Zeit. Eine dicke Überraschung gab es beim 10-km-Lauf. Nicht die hochgewetteten Bremer Läufer dominierten den Wettbewerb, sondern ein 23-Jähriger aus Bensersiel: Stephan Immega. Der junge Ostfriese, seit zwei Jahren Student an der Uni Bremen, startete gestern eigentlich nur "aus just for fun" und siegte in 31.56 Minuten vor Marek Jaskolka (SG Findorff /32,27 und dem Werderaner Jan Oude-Aost ( 32.29). Nicht ganz unter die Top 100 schaffte es Marco Bode. Dennoch durfte Werders ehemaliger Fußball-Profi zufrieden sein. Mit 49.01 Minuten blieb er unter der erhofften Zeit von 50 Minuten. Einen Dreifach-Erfolg durften die Bremer bei den Frauen feiern. Die "große, alte Dame" Rebecka Weise-Jung (LG Nord) gewann in 39.17 Minuten vor Jonna Tilgner (Bremer LT/40.37 und Schoami Bieser (41.27) von der SG Findorff/BLT Bremen. Weser Kurier am 01.10.2007:
Der Dauerläufer:
Von unserem Redaktionsmitglied
BREMEN. Würde man Horst Preisler mit einem Auto vergleichen, wäre er ohne jede Frage ein VW Käfer - denn er läuft und läuft und läuft. Gestern absolvierte der 72-jährige Hamburger im Rahmen des 3. swb-Marathons in 4:46:18 Stunden seinen 1517. Langstreckenlauf. An ein Ende seiner Läuferkarriere denkt er nicht. "Wenn sie wissen wollen, wie lange ich noch laufe, müssen sie nicht mich, sondern den lieben Gott fragen", sagt er. "Ich weiß nämlich nicht, wie lange ich noch laufen kann." Zu seiner Laufleidenschaft kam Preisler 1974 nach dem Hinweis seiner Frau, "dass ich mich ruhig mal ein wenig mehr bewegen könnte", erinnert sich der agile Senior-Sportler. "Das habe ich dann einfach gemacht", fügt er lapidar hinzu, als sei das, was er geleistet hat, nicht der Rede wert. Rund 195408,596 Kilometer hat der ehemalige Personalleiter einer Hamburger Unfallklinik schon zurückgelegt - eine Distanz, die nicht nur durch herkömmliche Marathonläufe zusammen gekommen ist. Preislers Spezialität sind Eventläufe auf der ganzen Welt, wie der 430 Kilometer lange Friedenslauf von Hiroshima nach Nagasaki 1995 zum Gedenken an die dort abgeworfenen Atombomben, der Spartathlon von Athen nach Sparta, bei dem er über 34 Stunden unterwegs war und andere mehrtägige Langstreckenläufe, bei denen es gilt mehrere hundert Kilometer zurückzulegen. Reine Marathonläufe sehen in seiner Läuferbiografie fast schon nach Aufbautraining für die Ultrastrecken aus. "Ich bin ein Erlebnisläufer", sagt Preisler. "Wenn ich unterwegs bin, genieße ich meine Umwelt und die Natur. Das macht mich einfach glücklich und durch meine Reisen lerne ich sehr viel von der Welt kennen. " Seinen persönlichen Wunsch, einmal auf der chinesischen Mauer zu laufen, hat er sich im vergangenen Jahr erfüllt. Preislers Frau, mit der er seit 48 Jahren glücklich verheiratet ist, bleibt bei seinen Ausflügen stets im heimischen Hamburg. "Meine Frau ist ein sehr kreativer Mensch, der sich gut zu beschäftigen weiß", erzählt Preisler. "Und ich glaube, sie ist auch mal ganz froh, Zeit für sich zu haben." Bei der Fülle an Läufen, die Horst Preisler über das Jahr absolviert, ist ein Terminplaner für das Preislersche Zeitmanagement unabdingbar. Alle wichtigen Daten werden festgehalten, damit kein Lauf vergessen wird "und damit meine Frau weiß, wo ich bin." Seine Laufreisen finanziert sich der Rentner selbst. "Deshalb beginnt jeder Lauf bei Aldi", sagt Preisler, der jede seiner Ausgaben genau kalkuliert. "Wenn man so oft unterwegs ist wie ich, muss man sich in anderen Bereichen halt einschränken", meint er. "Deshalb gibt es bei uns zu Hause auch nur Selbstverpflegung und keine Restaurantbesuche." Ab und zu habe er jedoch auch das Glück, vom Veranstalter eingeladen zu werden - schließlich ist der Dauerläufer in der Szene schon ein richtige Legende. "Egal wo ich hinkomme, irgendjemand kennt mich immer." Mit den Jahren hat sich Preisler eine eigene Laufphilosophie angeeignet: "Jeder Lauf ist eine Geschichte", sagt er. "Wenn ich laufe, genieße ich die Landschaft und freue mich, neue Menschen kennen zu lernen - das ist unbeschreiblich." In dieser Woche geht es für den Hamburger zum nächsten Lauf. Am Donnerstag fliegt er in die USA, um dort gemeinsam mit drei befreundeten Läufern aus Kanada, Dänemark und den USA jenseits der 80 Jahren an einem Marathon in Portland, Oregon teilzunehmen. "Das ist ein ganz besondere Sache, weil das wohl der letzte Lauf sein wird, den wir als internationales Läufer-Quartett zusammen durchführen werden." Die Rekordjagd hat Preisler schon lange eingestellt. "Das geht schon vom Alter her nicht mehr." Seine persönliche Bestzeit beim Marathon liegt bei 2:54:39 Stunden. Wenn andere sagen, er gefährde seine Gesundheit, hat er nur eine Antwort: "Laufen gibt mir Lebensqualität und so lange ich kann, werde ich das machen, was mich glücklich macht." Weser Kurier am 01.10.2007:
Dauerlauf im Nieselregen
Von unserem Redakteur
BREMEN. Gut für die Läufer, schlecht fürs Publikum: Die dritte Auflage des swb-Marathons ging gestern unter verhangenem Himmel und im Nieselregen über die Bühne. Die gut 4500 Läufer mussten sich also um Erfrischung nicht sorgen, sie sind dafür aber auch nicht von den Massen bejubelt worden, die bei Sonnenschein an der Strecke gestanden hätten. Ab Kilometer 30 wird es hart. Das weiß jeder, der mal Marathon gelaufen ist. Jörg Windler hat sich deshalb an der Schlachte postiert. "Hier wird's kritisch", sagt er und feuert die Läufer an. Ehefrau Simone und Töchterchen Marleen helfen kräftig mit. "Schade, dass so wenige an der Strecke sind", bedauert die 35-Jährige. Sie ist schon mal Halbmarathon gelaufen, ihr Mann sogar die komplette Distanz von 42,195 Kilometern. Beiden juckt es jetzt in den Füßen. "Das steckt an, man möchte mitmachen." Mag sein, dass es mehr sein könnten - an manchen Stellen aber bilden sich Trauben von Menschen, die klatschen, johlen und aufmunternd rufen, wenn die ersten Läufer mit hohem Tempo vorbeihuschen und die letzten schon eher kriechen. "Ich find' das toll, dass die sich das zutrauen", bewundert Ursula Krökel die Leistung der Teilnehmer. Die 67-Jährige aus der Neustadt hält wacker im Regen aus. Egal, wer da kommt, sie gibt ihren Applaus. Kirstin Högemann hat sich vom Publikum tragen lassen. Es ist ihr erster Halbmarathon, und nun lehnt sie im Ziel an einem Tisch, strahlt glücklich - und ist ziemlich kaputt. "Verrückt, oder? Ich habe vorher nur neun Wochen trainiert", wundert sich die 41-Jährige aus Kattenesch über ihr Durchhaltevermögen. Zwischendurch, klar, da habe es Momente des Zweifelns gegeben. "Warum tue ich mir das eigentlich an?", habe sie sich gefragt. Am Ende der Strecke, wo Freundinnen und Nachbarn warten, ist das aber sofort vergessen. Eine knappe Stunde später prescht Stefan Meyer durchs Ziel. Der Mann hat was drauf, es ist sein vierter Marathon, und immer läuft er für seinen Arbeitgeber, den Martinshof. "Alles super", freut sich der 38-Jährige. Strecke, Organisation, der eigene Körper, wie er funktioniert hat - Meyer ist rundum zufrieden. "Ich habe gut trainiert, und das wird belohnt." Zufrieden ist auch Utz Bertschy. Der Marathon-Veranstalter könnte mit dem Wetter hadern, er sieht aber mehr die Vorteile: "Die Johanniter-Unfallhelfer hatten so gut wie nichts zu tun." Die Streckenänderung hin nach Schwachhausen sei eine richtige Entscheidung gewesen. "Die Menschen dort haben den Läufern Beine gemacht." Bertschy lobt die Eigeninitiative der Zuschauer und schließt daraus, dass die Akzeptanz der Veranstaltung von Jahr zu Jahr steige. "Wir wollen ein eigenes Profil, ein Marathon-Volksfest, und da scheinen wir auf einem guten Weg zu sein." Nach und nach treffen die Teilnehmer auf der Bürgerweide ein. Claudia und Dorit sind bis zuletzt ein Gespann geblieben, den ganzen Halbmarathon lang. Nach dem Zieleinlauf liegen sie sich in den Armen. "Wir sind einfach nur stolz", sagen die beiden 26-Jährigen. Im Frühjahr mit dem Training bei Null gestartet und nun schon so eine Leistung. Die Strecke hat ihnen gefallen, vor allem, als es durch das Weserstadion ging. "Dort haben wir den Rasen gestreichelt, betreten durften wir ihn ja nicht." Für den Lauf hatten sie sich eine Strategie zurecht gelegt. Sie wollten reden miteinander, entspannt bleiben und langsam. Die Strategie ist aufgegangen. Weser Kurier am 01.10.2007: Polizei schleppt 107 Autos ab BREMEN (HI). Böse Überraschung für Autofahrer, die ihren Wagen in den Sperrzonen entlang der Marathonstrecke abgestellt hatten. Die Polizei kannte gestern früh vor Beginn der Veranstaltung kein Pardon und ließ im Ganzen 107 Fahrzeuge abschleppen, vor allem in der Stader Straße. In beinahe genauso vielen Fällen hatten sich die Einsatzkräfte nach eigener Darstellung die Mühe gemacht, noch während der Nacht Fahrer oder Halter der Autos ausfindig zu machen, damit sie ihre Fahrzeuge rechtzeitig aus der Sperrzone entfernen konnten. Der Marathon selbst verlief nach Polizeiangaben ohne nennenswerte Vorkommnisse. Ein extra eingerichtetes Bürgertelefon sorgte während des Laufs noch einmal für alle notwendigen Informationen. Mehr als 200 Anrufer haben diesen Service genutzt. Weser Kurier am 23.9.2007:
Herwig Renkwitz baut Bonbons ein
Stefan Freye (SFY) Bekannt ist er als Vizepräsident des Bremer Leichtathletikverbandes. Beim swb-Marathon am 30. September übernimmt Herwig Renkwitz jedoch die Rolle des sportlichen Leiters. Unserem Mitarbeiter Stefan Freye gab er Auskunft über seine Tätigkeit.
Die Marathonstrecke dürften Sie mittlerweile recht gut kennen?
Warum müssen Sie so oft auf die Strecke?
Aber dann muss man vielleicht zwei, drei Mal auf die Strecke und nicht gleich so oft.
Die Kilometerpunkte dienen der Orientierung der Läufer. Sind die denn wirklich böse, wenn die mal ein bisschen verschoben sind?
Mit den Kilometerangaben gab es im ersten Jahr Probleme. Sind die nun endgültig behoben?
Sie sind viel unterwegs, kennen eine Menge Marathonstrecken. Wie würden Sie die Bremer Strecke charakterisieren?
Was bringt die Verlegung nach Schwachhausen noch mit sich?
Ihre Funktion als sportlicher Leiter endet nicht mit der Vermessung der Strecke. Was zählt noch zu dieser Aufgabe?
Ist es denn im dritten Jahr wenigstens ein bisschen einfacher als bei der Premiere 2005?
Weser Kurier am 22.9.2007:
Bunt und laut
Stefan Freye (SFY) Bremen. Bunt soll es werden. Ebenso anstrengend wie aufregend für alle, die laufen, und spannend für die Zuschauer: Dass am 30. September rund 4000 Läufer auf die Strecken über 10-Kilometer, Halbmarathon und Marathon gehen, ist an sich schon eine unterhaltsame Sache. Doch auch wenn die Läufer immer im Zentrum des swb-Marathons stehen werden: an der Strecke muss sich schon etwas mehr bewegen als Tausende von Läuferbeinen. „Die Unterhaltungsmöglichkeiten sind heute andere als noch vor Jahrzehnten“, sagt Organisator Utz Bertschy. Seine Veranstaltung tritt am Sonntag der kommenden Woche gegen eine Vielzahl anderer Freizeitgestaltungen an. Um mehrere zehntausend Zuschauer an die Strecke zu locken, reicht es nicht mehr aus, einen großen sportlichen Wettbewerb anzubieten. Deshalb spricht man heute ja auch gern von einem Event – es muss schon ein „Ereignis“ sein. „Wir wollen Sport und Unterhaltung verbinden“, sagt Utz Bertschy also. Im Zentrum seiner Spaßbemühungen steht auf der einen Seite die Bürgerweide mit dem in diesem Jahr erstmals unter freiem Himmel platzierten Zieleinlauf. Hier bieten mehrere Verkaufstände für Speisen und Getränke an, werden die Radio Bremen-Moderatoren Andreas Schnur und Simon Beeck für Stimmung sorgen. Daneben hält der Truck der Initiative „Gut für dich“ bereits am Sonnabend Information und Unterhaltung zum Thema Gesundheit bereit.
Die kleinsten Zuschauer sollen schließlich auf mehreren Spielarealen und in Kinderautos auf ihre Kosten kommen. Das zweite Standbein des Rahmenprogramms ist aber die Strecke selbst. Dort sind neben den üblichen Lifebands diesmal rund zehn Discjockeys platziert, die für Kurzweil sorgen. Sie haben allerdings noch eine weitere, vielleicht sogar wichtigere Aufgabe: Die Läufer zu unterstützen. „Die Musik hat schon so manchem müden Bein wieder neue Kraft verliehen“, sagt Bertschy. Womit er zugleich ein ganz anderes Thema anspricht, nämlich die Aktionen der Zuschauer und Anwohner selbst. Hier besteht offenbar Aufklärungsbedarf. Zuletzt ging im Marathonbüro immer wieder die Frage ein, ob man sich einfach an die Strecke stellen und Krach machen dürfe. „Ja natürlich, das wünschen wir uns sehr“, antwortet Utz Bertschy dann. Dabei kommt es nicht darauf an, was genau die Zuschauer zum Geräuschpegel beitragen. Den Läufern – und um sie geht es ja vorrangig – ist es ziemlich egal, ob sie den Rhythmus eine alten Waschmitteltrommel hören oder durch die Lautsprecher einer Stereoanlage beschallt werden. Bertschy: „Den besonderen Reiz eines Marathonlaufes machen die Teilnehmer und ihre tollen Leistungen aus. Sie sind für jede Unterstützung dankbar.“
Weser Kurier am 22.9.2007: Splitter Stefan Freye (SFY)
Gesucht.
Beiwerk.
Nachwuchs.
Freifahrt.
Messe.
Ökumene.
Führungsarbeit.
Hilfe.
Schutzengel.
Weser Kurier am 22.9.2007:
Irgendwo geht’s immer raus
Stefan Freye (SFY) Bremen. „Nix geht, alles läuft.“ Der Slogan des diesjährigen Marathons hat etwas pfiffiges, und er bezieht sich auch ein bisschen auf die Verkehrssituation in der Stadt. Denn angesichts der rund 4500 Teilnehmer an den insgesamt drei Läufen geht nicht mehr viel am 30. September. Jedenfalls nicht immer wie gewünscht. Der Großteil der von der Strecke betroffenen Wohngebiete wird verkehrsmäßig zwar eingeschränkt, aber nicht gänzlich abgeschlossen vom öffentlichen Leben am Veranstaltungstag. Schließlich gibt es insgesamt vier Strecken, auf denen der Innercircle des swb-Marathons zu erreichen ist. Die Kurfürstenallee verbindet den Osten mit dem Zentrum, Oldenburger Straße sowie Erdbeerbrücke ermöglichen die Weserquerung und über den Nordwestknoten sind die meisten „Marathongebiete“ aus dem Westen zu erreichen. Damit die betroffenen Anwohner vorab informiert sind, wurden bereits in der vergangenen Woche große Hinweisschilder aufgestellt; in besonders stark betroffenen Wohngebieten verteilte der Veranstalter mehrere tausend Handzettel. Ab kommenden Donnerstag schaltet die Polizei zudem ein Infotelefon (0421 / 44 91 700) zum Thema Marathon und Verkehr, schließlich sind auch die rund 250 Polizeibeamten an der Strecke über Ausweichrouten informiert. Diese Strecken werden für manche allerdings ohne Bedeutung sein. Ab ca. 0.00 Uhr wird die Polizei sich um das „per Verkehrsanordnung des Amts für Straßen und Verkehr ausgesprochene Halteverbot“ kümmern. Mit anderen Worten: Dann erleben die Abschleppunternehmen der Stadt ihre große Zeit und räumen alles weg, was noch steht wo es nicht stehen darf. In den vergangenen beiden Jahren waren rund 80 PKW betroffen, am 30. September dürften es nicht wesentlich weniger sein. Die Polizei erreicht nämlich nicht jeden. Am Vorabend der Veranstaltung fahren fünf Streifenwagen noch einmal die Strecke ab. Wer dann im Halteverbot steht, soll mittels eines Telefonanrufs noch einmal gewarnt werden, bevor die Schlepper anrücken. „Für diese Maßnahme stellen wir allein 18 Beamte ab“, sagt Jens Rezewski, Einsatzleiter der Polizei. Obwohl ein Einsatz am frühen Sonntag Morgen nicht gerade zu den größten Freuden im Arbeitsleben zählt, weiß Rezewski den swb-Marathon durchaus zu schätzen. Schließlich ist es doch eher ruhig an der Strecke, Ausschreitungen oder Gewalt sind trotz der großen Zuschauer- und Teilnehmerzahlen nicht zu erwarten. Rezewski: #Der Planungsaufwand für uns ist zwar hoch. Aber der Marathon zählt zu den Veranstaltungen, zu denen man gern hingeht.“ Weser Kurier am 11.8.2007:
Stand der Vorbereitungen
Stefan Freye (SFY) Bremen. Am 30. September 2007 geht der swb-Marathon in Bremen in die dritten Runde. Unser Mitarbeiter Stefan Freye sprach mit Organisator Utz Bertschy über den Stand der Vorbereitungen.
In rund zwei Monaten geht es los, läuft alles wie geplant?
Was bedeutet das konkret?
Dann gibt es also nichts Neues an der Strecke?
Wo wird die Strecke in diesem Jahr denn lang führen?
Sie haben den Einlauf aus dem AWD-Dome nach draußen verlegt. Gab es bereits Reaktionen?
Was passiert, wenn es in Strömen regnet?
Bislang haben sie nur wenige Spitzenläufer aufgeboten, wird sich das ändern?
Zudem hatten Sie 2006 ja auch Streit mit dem Manager der beiden polnischen Läufer.
Was machen die Teilnehmerzahlen?
Weser Kurier am 11.8.2007:
Überraschung: Der Marathon kommt nach Schwachhausen
Stefan Freye (SFY) Bremen. Es hat ein bisschen länger gedauert in diesem Jahr, aber es soll sich lohnen. Die Strecke des swb-Marathons am 30. September in Bremen steht, und sie hält eine überraschende Änderung bereit: Die Vahr ist vorerst out, Schwachhausen dafür in. "Dieser Streckenverlauf ist attraktiver", sagt Organisator Utz Bertschy überzeugt. Bevor man das Gebiet um Stader und Kirchbachstraße ansteuern konnte, musste sich das Team des Marathon-Clubs aber den ein oder anderen Gedanken machen. Bisher war man nämlich davon ausgegangen, dass die Kurfürstenallee, eine der Hauptverkehrsadern der Stadt, nur über die Brücke an der Karl-Kautsky-Straße überquert werden kann. Schließlich waren die verkehrträchtigen Kreuzungen unter der Hochstraße ebenso ein Tabu wie die diversen Fußgängerbrücken - dort ging es für Läufer eindeutig zu steil zu. Die Lösung lieferte schließlich ein kleiner Tunnel unter der Kurfürstenallee in Höhe der Dijonstraße. Von der Kirchbachstraße wird das Marathonfeld nun über die Arensburgstraße, das Schulgelände an der Gete und die Belfordstraße zur Allee geleitet. Nachdem diese durch die Unterführung passiert wurde, führen Dijonstraße und Schwachhauser Heerstraße die Läufer zum Rhododendronpark. "In der östlichen Vorstadt und Schwachhausen geht es enger zu", nennt Bertschy den Vorteil der neuen Streckenführung. Bisher waren die breiten Straßen in der Vahr eher weniger geeignet, die Zuschauer an die Strecke zu ziehen. Genaugenommen konnten die Läufer ihre Zuschauer an diesen Abschnitten per Handschlag begrüßen. Zudem kam auch die Steigung an der Karl-Kautsky-Brücke nicht bei allen Teilnehmern gut an. Dafür zeigte sich besonders die BSAG sehr zufrieden mit dem neuen Parcours. Schließlich sind durch dessen engeren Radius nun weitaus weniger Bus- und Bahnstrecken betroffen vom swb-Marathon. Als dann auch Polizei sowie das Amt für Straßen und Verkehr ihr Einverständnis gaben, war der Weg endgültig frei für den Verlauf 2007. Nur die Baustelle an der Muggenburg könnte nun noch eine kleine Änderung nach sich ziehen: Lässt sich die Schlachte von dort nicht erreichen, muss durchs Stephanie-Viertel gelaufen werden. Die Baustelle an der Gustav-Deetjen-Allee sorgt schließlich dafür, dass auch Halbmarathon und 10-Kilometerlauf nicht ungeschoren davon kamen. Die Teilnehmer dieser Wettbewerbe laufen nun nicht mehr an AWD-Dome und Congresszentrum vorbei, sondern darunter durch: Nach dem Start biegen sie auf die Bürgerweide ab und gelangen über den Tunnel unter dem CCB an die Hollerallee. Während die Läufer der kürzeren Distanz dann eine Wendepunktstrecke über die Parkallee einschlagen, führt der Halbmarathon über die zweite Hälfte der großen Strecke. Da nun alles in trockenen Tüchern ist, müssen sich ja nur noch genug Läufer anmelden für das Spektakel im September. In dieser Hinsicht ist Utz Bertschy jedoch zuversichtlich: "Wir haben nun 2100 Anmeldungen und liegen damit auf Vorjahresniveau. Die 4500 Meldungen aus dem Vorjahr sollten wir also erreichen."
Weser Kurier am 31.7.2007:
Mit Bus und Bahn zum Start
Stefan Freye (SFY) Bremen. Vom Bahnsteig direkt an den Start - so sieht es das Konzept des swb-Marathons am 30. September in Bremen vor. Der Marathon-Club und der VBN haben ein Abkommen geschlossen, nach der alle Teilnehmer die Verkehrsmittel des Verbundes kostenlos nutzen können. "Wir wollen die gute Infrastruktur mit Bahnhof und Bürgerweide in unmittelbarer Nähe noch besser nutzen", sagt Racemanager Utz Bertschy. Zwischen 4000 und 6000 Euro - je nach Teilnehmerzahl - muss der Veranstalter berappen, damit die Starter der insgesamt drei Läufe ohne Stress an den Start gehen können. Der VBN umfasst ein Gebiet von rund 8500 Quadratkilometern, reicht vom Ammerland bis Rotenburg und von Bremerhaven bis hinter Diepholz. Der Park&Ride-Service vom Uniparkplatz soll jedoch auch in diesem Jahr angeboten werden. "Mittlerweile haben wir ja Meldungen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem nahen Ausland", so Bertschy.
Weser Kurier am 29.04.2007: Marathon ohne Grenzen Stefan Freye (SFY) Erst gab er den Startschuss, und dann begleitete Senator Willi Lemke die kleine Marathongruppe bis zum Weserwehr, also rund 13 Kilometer lang. Es ging ja auch um einen guten Zweck bei der Premiere des "Marathons ohne Grenzen" gestern an der Bürgerweide. Rund 10 Starter gingen gemeinsam mit Claudia Weber (Waltrop) und Thomas Wenning (Bocholt) auf die Strecke. Ein Großteil hielt bis Kilometer 28 durch, die beiden Ultraläufer werden in den kommenden 15 Tagen dagegen noch weitere 15 Marathons laufen. Den Auftakt auf dem Parcours des swb-Marathons im September bezeichnete Thomas Wenning als gelungen: "Die Strecke ist wunderbar, man sieht viel Grün aber auch viel von der Stadt." Angst vor der Belastung in den kommenden Tagen hat der Ultraläufer dagegen nicht. "Wir laufen sonst rund 200 Kilometer in der Woche, nun sind es eben 280. Aber vielleicht werden beim 13. Marathon doch die Beine schwer", sagte Wenning, bevor er sich auf den Weg zum Hamburg-Marathon machte.
Weser Kurier am 19.04.2007:
Laufen für den guten Zweck Stefan Freye (SFY) Bremen. Am 28. April um 9.00 Uhr fällt durch Willi Lemke der Startschuss zu einer sportlichen Höchstleistung: Der Bremer Bildungssenator schickt Claudia Weber (Waltrop) und Thomas Wenning (Bocholt) an der Bürgerweide in ein ungewöhnliches Rennen. Die beiden Ultraläufer werden in 16 Tagen 16 verschiedene Marathonstrecken laufen. Zwischen Bremen und Dortmund am 13. Mai liegen also 14 weitere Läufe. Insgesamt drei Mal nehmen Weber und Wenning an "offiziellen" Marathonläufen teil, und zwar in Hannover, Hamburg sowie Dortmund. Sie nehmen den Stress auf sich für einen guten Zweck. Schließlich handelt es sich um einen Spendenlauf. Das bedeutet, dass die Sportler auf den 13 selbst organisierten Läufen - also auch in Bremen - gegen eine Spende auf der gesamten Strecke oder auf Teilstücken begleitet werden können. Der Kurs ist denkbar einfach: Pro Kilometer müssen sie Teilnehmer einen Euro zahlen. Sie unterstützen damit Handicap International, einen Verein, der sich die Herstellung von Arm- und Beinprothesen für Kinder in Albanien und dem Kosovo zur Aufgabe gemacht hat. Im Bremen erhalten die Organisatoren Unterstützung durch Utz Bertschy, dem Macher des swb-Marathons. Er kümmert sich vor allem um einen kundigen Radler, der das kleine Feld auf der Originalstrecke quer durch die Stadt führt. "Eines ist steht aber fest: Der Verkehr geht - anders als beim richtigen Marathon im September - den Läufern diesmal vor", so Bertschy. Es kann also durchaus sein, dass Weber, Wenning und Co. vor einigen Ampel warten müssen. Aber schließlich geht es ja auch weniger um die Zeit als um den guten Zweck. Wenn die beiden im Mai in Dortmund durchs Ziel laufen, haben sie gleichwohl eine tolle Leistung vollbracht. So ganz neu sind außergewöhnliche Dinge für die beiden Langstreckler nicht: Die 44-jährige Claudia Weber hat bisher an über 100 Marathon- und Ultramarathonveranstaltungen teilgenommen. Sie stellte im Dezember 2006 zudem den Weltrekord im "7 Tage Laufbandlaufen" auf, als sie 636 Kilometer am Stück Tempo machte. Ihr Partner brachte es damals gar auf 717 Kilometer, was im ebenfalls den aktuellen Rekord einbrachte. Zudem absolvierte Thomas Wenning (39) bereits über 140 Marathons und Ultramarathons. Er ist Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im 24-Stundenlauf. Weitere Informationen und Anmeldung unter www.marathon-ohne-grenzen.de
Weser Kurier am 01.02.2007:
Die Vorbereitungen für den 3. swb-Marathon laufen Stefan Freye (SFY) Bremen. Am 30. September geht der swb-Marathon in die dritte Runde. Unser Mitarbeiter Stefan Freye sprach mit Organisator Utz Bertschy über die Neuauflage der Veranstaltung.
Sie haben den Zieleinlauf vom AWD-Dome nach draußen verlegt. Warum?
Wo genau wird sich das Ziel befinden?
Der AWD-Dome bleibt also leer?
Gibt es weitere Änderungen?
An der grundsätzlichen Durchführung der Veranstaltung gibt es offenbar keinen Zweifel mehr?
Im letzten Jahr kamen rund 4000 Teilnehmer ins Ziel. Wie viele sollen es 2007 werden?
Der Marathon-Club tritt nun auch als Sportverein auf. Was hat es damit auf sich?
Wo befindet sich denn die sportliche Heimat des neuen Sportvereins?
Weser Kurier am 05.10.2006:
Einsames Rennen zum Sieg Von unserem Redakteur Utz Bertschy zieht ein Fazit des swb-Marathons vom 24. September Bremen. Am vorletzten Sonntag war er maßgeblich an der Durchführung des swb-Marathons beteiligt. Nun stellte sich Organisator Utz Bertschy den Fragen unseres Mitarbeiters Stefan Freye und zog ein Fazit. Zehn Tage ist der swb-Marathon jetzt her.
Haben sie sich bereits erholt?
Apropos: Es gab Diskrepanzen zwischen Anmelde- und Einlaufzahlen. Haben sie das Rätsel nun gelöst?
Wo wir gerade bei den Zahlen sind: Wie viele Menschen standen denn nun an der Strecke?
Ausbaufähig ist diese Zahl aber schon, oder?
Haben Sie bereits Änderungen im Kopf?
Der Einlauf im AWD-Dome wurde vielfach kritisch beäugt. Wie geht's damit weiter?
Weser Kurier am 25.09.2006:
Einsames Rennen zum Sieg Von unserem Redakteur Bremen. Es war ein einsames Rennen. Gut 22 Kilometer, mehr als die Hälfte der Strecke, war Jarek Cichocki allein unter- wegs auf den Straßen Bremens, nachdem sein Landsmann und Vorjahressieger Marek Dryja erst hatte abreißen lassen müssen und dann aufgab. So betrug Cichockis Vorsprung auf den zweitplatzierten Bremer Joaquim Pedro am Ende 16 Minuten, der swb-Marathon hat 2006 wie schon 2005 eine polnische Nummer eins. Der Unterschied: Diesmal war es ein unspektakuläres Rennen - was allerdings Misstöne nicht verhinderte. Vor einem Jahr noch hatte Dryja einen lange führenden Kenianer auf den letzten Kilometern abgefangen und sich mit Kusshänden als Sieger feiern lassen. Mangels irgendwelcher Konkurrenz zu den Polen, die beide auch noch aus dem selben Läuferstall stammen, waren vergleichbare Positionskämpfe von vornherein nahezu ausgeschlossen. So liefen Dryja als Hase und Cichocki als planbarer Gewinner von der Spitze weg als Tandem auf Zeitvorgabe, während ihr Manager und Trainer Miroslaw Sochanski - auf dem Rad seine Schützlinge be- gleitend - die Uhr kontrollierte. Das ging gut bis Kilometer 20, ehe Marek Dryja abreißen ließ, bei Kilometer 25 gab der Vorjahressieger auf. Sein Ober- schenkel bereite Probleme, begründete der Vorjahressieger das Aus, das allerdings im Vorfeld geplant war. Auf eine Zeit von unter 2:18 Stunden habe Dryja seinen 35-jährigen Stallgefährten Cichocki ziehen sollen, sagte Sochanski. 2:22:56 Stunden wurden es schließlich, und danach atmete der Stall-Chef auf. Denn, so sagte er, es sei eine Antrittsprämie verein- bart, die bei einem Zeitfenster von 2:18 bis 2:23 Stunden gezahlt und ansonsten erhöht oder reduziert werde. Damit begannen die Diskussionen: Der Organisator des swb-Marathons, Utz Bertschy, sprach von "einer gängigen Praxis", dass bei einem Marathon für eine Zeit von mehr als 2:20 Stunden keine zusätzliche Prämie gezahlt werde. Das Theater ums liebe Geld endete schließlich damit, dass Sochanski von Bertschy in einen Sponsoren-Wagen gesetzt und zum Hotel zurück- geschickt wurde. Eine Einigung gab es letztlich doch noch: Das polnische Trio soll dem Vernehmen nach mit rund 1500 € die Heimreise angetreten haben. Die übrigen 1579 Läufer, die das Marathon-Ziel erreichten, dürften den Streit bestenfalls mit einem Kopfschütteln quittiert haben. Die Amateure hinter den quasi außer Konkurrenz laufenden Profis absolvierten ihren eigenen Marathon. Bester da- bei: Joaquim Pedro. Der 33-Jährige von der LG Bremen-Nord benötigte 2:38:53 Stunden und hatte sich sein Rennen per- fekt eingeteilt. 2:40 Stunden lautete seine Vorgabe: "Das hat sehr gut geklappt." Es war ein perfektes Rennen zur Premiere: Der Langstreckler Pedro, der mit seinem zweiten Platz Bremer Meister wurde, absolvierte seinen ersten Marathon über- haupt. Dritter wurde Jens Stepan, der 2005 erstmals über die 42,195 Kilometer gestartet war und damals Lehrgeld gezahlt hatte. Der Triathlet vom TuS Huchting war zwar mit seinen 2:39:42 Stunden nicht ganz zufrieden, wohl aber mit der Platz- ierung: "Ich bin schon schneller gelaufen, aber froh, dass ich zumindest Platz drei gemacht habe." Gleichzeitig gab der 24- Jährige seinen Rückzug von der Marathon-Strecke bekannt: Studienbedingt sei das nötige Training nicht leistbar. Überrascht von ihrem Erfolg war die Nummer eins des Frauenfeldes, Angela Welp. Allerdings brachte die 46-Jährige vom LC Hansa Stuhr ihren Erfolg, der nach 3:14:28 Stunden feststand, in notwendige Relationen: "Mit einer solchen Zeit gewinnt man eigentlich keinen Marathon." Welp, im vergangenen Jahr mit 3:08:48 Stunden Dritte, nutzte die Abwesenheit der Bremerinnen Fakja Hofmann und Rebecka Weise-Jung zu ihrem ersten Marathon-Sieg überhaupt. Und unabhängig von der Zeit, die sie auch heftigen Wadenkrämpfen auf dem Schlussstück zu "verdanken" hatte: "Überstehen muss man einen Mara- thon natürlich erst mal." Das dürften fast alle Teilnehmer unterschreiben. Kritik an der Veranstaltung gab es indes so gut wie keine, Kinderkrank- heiten der vorjährigen Premiere wie das Durcheinander bei der Kilometerauszeichnung hatte die Organisation ausgemerzt. Die Verpflegung bekam ausschließlich Bestnoten - ein Lob, das den Machern schmeckte. Gut 30 000 Zuschauer vor allem am zweiten Streckenteil feierten beim 2. swb-Marathon die Läufer, die sich ihrerseits beim Publikum bedankten. "Erlebnis kommt vor Ergebnis", sagte beispielsweise der Emder Berthold Tuitjer. "Das hier war super, das war ein Lauferlebnis."
Weser Kurier
Erfolg trotz Kannibalismus-Effekt Von unserem Redakteur Bremen (wat). Erstmals im Programm war beim swb-Marathon die halbe Distanz: Beim Halbmarathon verzeichnete die Starterliste stolze 1544 Läuferinnen und Läufer, im Ziel waren es noch 1270 Starter. Organisator Utz Bertschy nannte die Premiere einen Erfolg - der Halbmarathon sei nötig gewesen, um die gesamte Veranstaltung auf Bremens Straßen abzu- runden. Allerdings hatte die Neuerung durchaus für einen Kannibalismus-Effekt gesorgt: Der Hauptlauf über die 42,195 Kilometer verzeichnete deutlich weniger Läufer als noch vor einem Jahr, als 2317 Athleten ins Ziel gekommen waren. So kam Kritik auch von der gestrigen Marathon-Siegerin Angela Welp. "Ich weiß nicht, ob es eine gute Entscheidung war, den Halbmarathon ins Programm aufzunehmen." Viele würden auf die kürzere Strecke ausweichen, es sei ja auch bequemer in der Vorbereitung. Welp selbst hatte von der Abwanderung profitiert: Ihre Zeit hätte im Vorjahr nicht einmal für einen Platz unter den Top fünf gereicht. Eine, die durchaus als Marathonsiegerin in Frage gekommen wäre, hatte sich wegen der hohen Temperaturen für die kürzere Premierenstrecke entschieden: Rebecka Weise-Jung. Die Bremerin musste nach 1:26:02 Stunden allerdings der Hamburg- erin Manuela Sporleder (1:25:17) den Vortritt lassen. Carolin Schiff (Road Runners Buntentor/1:27:51) wurde Dritte. Bei den Männern siegte ein Ungar: Roland Soltész war nach 1:12:22 Stunden im Ziel, vor Horst Wittmershaus vom SC Weyhe (1:14:17). Dritter wie im Vorjahr auf der langen Strecke wurde Jens-Uwe Krage: Der Bremen-Nord-Läufer hatte nach 1:16:36 Stunden die 21 Kilometer hinter sich gebracht.
Weser Kurier
Die Letzten werden die Ersten sein Von unserer Mitarbeiterin Bremen. Angestrengt fixiert ein letztes Dutzend Zuschauer die Zeittafel neben dem Zieleinlauf im AWD-Dome: 5:47:52 Stunden. Noch gut zwölf Minuten, dann werden die Ordner mit dem Abbau beginnen. Kein Läufer in Sicht, die Uhr tickt. Schaffen es die Letzten innerhalb des Zeitlimits von sechs Stunden über die Ziellinie? Sie schaffen es. Schweißgebadet und überglücklich laufen Verena Nashed und Alex Berke elf Minuten vor Toreschluss händchenhaltend in den AWD-Dome ein. "Wir waren von Anfang an ganz hinten, aber die Stimmung an der Strecke war toll. Sogar die Polizisten haben uns angefeu- ert", sagt Verena Nashed, vor Erleichterung mit den Tränen ringend. Für die beiden war es der erste Marathon, und sie sind stolz über ihre gemeinsame Leistung. Fünf Minuten später passiert noch ein weiterer Läufer die Ziellinie: Rudi Hanisch (68) vom Sportverein Eintracht Delmen- horst. Ist er der Letzte? Er hat die 42,195 Kilometer lange Strecke zu Testzwecken mit Nordic-Walking-Stöcken hinter sich gebracht. "Ich wollte unter sechs Stunden laufen, das habe ich geschafft", erzählt Hanisch, der in der Bremer-Laufszene kein Unbekannter ist. "Bis auf das letzte Jahr war ich bei allen Bremen-Marathons dabei." Die Strecke hat Rudi Hanisch übrigens als "sehr geeignet für Nordic Walker" befunden. Es ist 14.58 Uhr und 14 Sekunden, als der wirklich letzte Teilnehmer des Marathons durch die Zeitschranke joggt: "Ich wollte die Strecke richtig ausreizen und gucken, ob die Organisation auch bei den hinteren Läufern noch richtig hinhaut", er- klärt der Hamburger Christian Hottas (50), sichtlich aus der Puste. Grund für den Test seien schlechte Erfahrungen, die er beim einem Marathon in Flensburg Anfang des Monats gemacht habe. "Da wurden eine Stunde vor Schluss einfach schon die Abgrenzungen abgeräumt", empört er sich. "Hier in Bremen war aber bis zur letzten Minute alles top: die Verpflegung, Streckenabsicherung und vor allem das Publikum." Genug Vergleichs-Möglichkeiten hat Hottas auf jeden Fall. Nach eigen- en Angaben hat er bereits über 1000 Marathonläufe absolviert.
Weser Kurier
Bieser-Schwestern doppelt stark Von unserem Redakteur Bremen (wat). Die zehn Kilometer sind nach der Einführung des Halbmarathons zwar ins dritte Glied gerutscht - doch fast 1000 Starter sprechen weiterhin für die kürzeste der drei angebotenen Distanzen. 909 der 941 gemeldeten Läufer kamen gestern ins Ziel: Die Schnellsten waren Ingo Mueller (LG Göttingen) und Ilona Pfeiffer (TSG Dissen), für Aufsehen aber sorgten vor allem zwei junge Bremer Schwestern. Bei den Männern lag Ingo Mueller am Ende in 33:28 Minuten 13 Sekunden vor dem zweitplatzierten Norbert Scheper- gerdes (MTV Lüdingworth). Hinter diesem Duo kam Torsten Naue (LG Bremen-Nord) ins Ziel, der 33:51 Minuten lief. Im Vorjahr war der Bremer noch 15. des Marathons gewesen. Noch weit besser als Naue hatte im vergangenen Jahr im Marathon-Frauenfeld Ilona Pfeiffer abgeschnitten. Die Zweite von 2005 sicherte dafür auf der Zehn-Kilometer-Strecke den Sprung aufs oberste Podest und verhinderte in 37:59 Minuten knapp einen Bremer Sieg. Denn nur 20 Sekunden hinter der Dissenerin kam Schoami Bieser ins Ziel. Der Youngster vom Bremer Leichtathletik-Team (SG Findorff) ist zwar erst in der B-Jugend, lief aber ebenso problemlos vorne mit wie ihre noch jüngere, aber nicht minder talentierte Schwester Sarischa Bieser. Die ist gar nur A-Schülerin, war aber lediglich 1:25 Minuten langsamer als ihre große Schwester. Das reichte locker zum dritten Platz, zeitgleich mit Leana Helbig von der LG Wedel/Pinneberg.
Weser Kurier am 24.05.2006:
Die Party geht in Walle weiter Von unserem Redakteur BREMEN. Ende September vergangenen Jahres hat Bremen eine Party gefeiert. 40000 Zuschauer, knapp 3000 Läufer - als der Marathon nach 14-jähriger Pause nach Bremen zurückkehrte, erlebte er eine begeisternde Wiedergeburt. Am 24. September geht der "2. swb-Marathon Bremen 2006", so der offizielle Sponsorenname, über die Bühne. Änderungen sind inklusive. Und für eine ist insbesondere Senator Willi Lemke ausgesprochen dankbar. Der laufende Bildungspolitiker war im vergangenen Jahr dabei und hatte sich "so gequält wie noch nie in meinem Leben". Vor allem die Überseestadt machte ihm wie vielen anderen Läufern auch zu schaffen. So gut wie keine Zuschauer, ergo keine Atmosphäre: "Das ist für einen Marathoni tödlich", erinnerte sich Lemke gestern, während der ersten Pressekonferenz für den Bremen-Marathon 2006, an seine Tiefpunkte auf den 42,195 Kilometern. Statt des Stimmungstöters Überseestadt geht es in diesem Jahr erstmals durch Walle, die vom Streckenverlauf her wichtigste Neuerung. Ganz ohne Probleme sei der Gang nach Walle nicht gewesen, sagte Marathon-Organisator Utz Bertschy. "In Walle gibt es viele schöne Wege, die aber alle Kopfsteinpflaster haben." Was bedeutet: Hier geht (oder besser: läuft) wegen der Verletzungsgefahr nichts. So geht es "fast ausschließlich" über Hauptstraßen. Gänzlich neu ist die dritte Strecke, die angeboten wird. Zu dem Marathon und der Zehn-Kilometer-Distanz gesellt sich ein Halbmarathon. "Wir nehmen damit Läufer auf, die in der Vorbereitung merken, dass es für den Marathon doch nicht reicht, aber der Halbmarathon zu schaffen ist", erklärte Bertschy. Weitere Änderungen gegenüber der Auflage 2005 betreffen die größten Ärgernisse, mit denen damals Läufer und Veranstalter konfrontiert worden waren. So gab es bei den Kilometer-Angaben an der Strecke - unverzichtbar für die Athleten zwecks Überprüfung des eigenen Laufrhythmus' - eklatante Abweichungen. Möglicherweise hätten in Nacht vor dem Marathon Spaßvögel die Hinweisschilder umgestellt, lautete damals die Erklärung. Nun werden die Kilometer-Angaben auf den Asphalt gespritzt. Keine Diskussionen mehr wird es um ausgelobte Prämien geben. Die schnellsten Bremer gehen diesmal leer aus - 2005 hatten Jens-Uwe Krage und Fakja Hofmann noch 4219,50 Euro erhalten. Und das Preisgeld für den Gesamtsieger wird nur gezahlt, wenn er eine Mindestzeit "jenseits der 2:15 Stunden" läuft, wie Bertschy gestern sagte. Bis gestern lagen ihm bereits rund 1100 Anmeldungen vor, davon etwa 800 für den Marathon. Das bedeutet ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Unsere Pressemeldung vom 23.05.2006: Lemke ist wieder dabei – Röwekamp auch? Gemeinsam mit Racemanager Utz Bertschy informieren die Bremer Senatoren über den swb-Marathon
Es war klar, dass die Frage irgendwann kommen musste: Ob Thomas Röwekamp, Bremens Innensenator, denn auch am swb-Marathon am 24.9.2006 teilnehmen würde?
Weser Kurier am 08.04.2006:
Asthma und Marathon schließen sich nicht aus Von unserem Mitarbeiter BREMEN. Die Idee stammt aus Hamburg. Nun soll sie auch in Bremen für Furore – oder besser: Aufklärung – sorgen. Beim 2. swb-Marathon am 24.9.2006 will auch Dr. Jochen Holdorf mit einer Gruppe von Asthmatikern an den Start gehen – und immerhin die Hälfte der Strecke, den Halbmarathon, absolvieren. Die Erkenntnis hinter diesem Vorhaben: Ausdauersport und Asthma schließen sich entgegen einer noch immer weit verbreiteten Meinung keineswegs aus. "Jahrelang wurden sogar die asthmakranken Kinder von Sportunterricht freigestellt - das ist Unfug", sagt Holdorf. Er möchte nun mit dem Vorurteil aufräumen: Die richtige medizinische Begleitung und eine entsprechende Vorbereitung vorausgesetzt, sollen auch Asthmakranke die Chance auf sportliche Leistungen erhalten. Mehr noch. "Durch regelmäßiges Training und die richtige Medikation werden sich die Beeinträchtigungen deutlich verringern. Dem Asthmakranken wird ein nahezu normales Leben ermöglicht", betont der Internist. Beispiele für das Nebeneinander von Krankheit und sportlicher Höchstleistung gibt es seiner Meinung nach genug. Holdorf: "Unter den Sportlern befinden sich einige Asthmatiker, etwa die Kanu-Olympiasiegerin Birgit Fischer." Holdorf und seine Laufgruppe machen es eine Nummer kleiner: Als Vorbereitung auf den Halbmarathon im September soll jede Woche drei Mal trainiert werden. Jeweils ein Mal in der Woche begleitet ein Mediziner die Gruppen, die sich am Werdersee und am Stadtwald treffen. Vor dem Start in die Vorbereitung werden alle Teilnehmer jedoch sport- und Lungenärztlich untersucht. Und wenn alles so klappt, wie es sich Holdorf und sein Team vorstellen, könnten sie im kommenden Jahr nachmachen, was ihnen die Kollegen aus Hamburg unlängst vorgemacht haben: Beim letzten Marathon in New York nahmen 13 Asthmatiker von der Elbe teil – sie alle kamen ins Ziel. "Wir werden zeigen was ein Asthmatiker alles kann", verspricht Jochen Holdorf. Informationen und Anmeldung bis zum 15.5.2006 unter 0421 – 825588.
Weser Kurier am 15.03.2006:
Mit Busemann zum Marathon Von unserem Mitarbeiter BREMEN. Vor zehn Jahren sorgte er für eine dicke Überraschung bei den Olympischen Spielen. Morgen soll Frank Busemann den Bremer Marathon anschieben: Der Silbermedaillengewinner von Atlanta 1996 steht ab 11 Uhr Pate bei der Einweihung des neuen Marathonbüros in der Leher Heerstraße 8. Später, nachdem der ehemalige Zehnkämpfer genug Fragen beantworten und Hände geschüttelt hat, wird er gegen 16.30 Uhr mit einer Laufgruppe in den Bürgerpark traben. Mitmachen kann dabei jeder, der seine Laufschuhe mitbringt. Wer am 24. September in die zweite Auflage des Marathons starten will, muss sich dagegen anmelden - online unter www.marathon-bremen.de oder direkt im neuen Büro, das integriert worden im zweiten Shop des Bremer Laufladens Sport-Ziel. "Dort sind zudem alle Informationen rund um den Marathon zu erhalten, außerdem freuen wir uns über Anregungen der Läufer", sagt Marathon-Organisator und Sport-Ziel-Inhaber Utz Bertschy. Während Bertschy froh ist, dass "der Marathon endlich ein Zuhause hat", darf über den genauen Verlauf der Strecke noch gerätselt werden. "Erst in den kommenden Wochen werden wir Klarheit haben", sagte Bertschy. Angedacht ist etwa, links der Weser ein wenig tiefer in die Stadtteile Neustadt und Habenhausen einzudringen. Schließlich muss in diesem Jahr eine Baustelle am Leipnizplatz umgangen werden, und der Deich entlang des Werdersees zählt ohnehin zu den Abschnitten mit geringem Publikumsverkehr. Die Weser soll zwar auch in diesem Jahr am Wehr überquert werden. Allerdings ohne die heftige Steigung über die Schleusen, sondern - sofern technisch möglich - auf zwei eigens verlegten Brücken. Von Hastedt gelangen die Läufer beim 2. Bremen-Marathon dann über die Gartenstadt Vahr zur Berliner Freiheit, später sollen sie auch den Rhododendronpark streifen. Die letzte Änderung betrifft die Rückkehr des Feldes an die Weser: Anders als 2005, als die Strecke über mehrere Kilometer durch die beinahe menschenleere Überseestadt führte, setzen die Veranstalter nun auch dort auf kräftige Zuschauerunterstützung. Deshalb soll auch der Stadtteil Walle durchquert werden. Wobei sich angesichts der vielen Kopfsteinpflaster die Frage stellt, wo genau die Starter denn laufen sollen. Klar scheint, dass das Läuferfeld anwachsen dürfte. Bereits jetzt liegen rund 600 Anmeldungen vor - und damit etwa doppelt so viele wie zur gleichen Zeit vor einem Jahr.
Weser Kurier am 17.01.2006:
Bremen tritt erneut gegen Berlin an
Von unserem Mitarbeiter BREMEN. Nun ist es raus: Der zweite swb-Marathon in Bremen startet am 24. September um 9 Uhr und findet damit wieder zeitgleich mit dem Wettbewerb in Berlin statt."Unsere Erfahrungen bei der Premiere haben gezeigt, dass wir mit diesem Termin gut leben können", glaubt Organisator Utz Bertschy. Nicht zu Unrecht: Trotz der Berliner Konkurrenz machten rund 40 000 Zuschauer den ersten Lauf durch Bremen zu einem Erlebnis für die rund 3200 Läufer - der Auftakt im vergangenen September darf dementsprechend als gelungen gelten, wenngleich nicht alles nach Plan lief. Die Organisation der zweiten Auflage soll sich deshalb intensiv mit der Verbesserung bei der Durchführung beschäftigen. "Wir haben die Kritik ausgewertet, das war ein Lernprozess für alle", meint Bertschy. Vor allem die Kilometerschilder, die an manchen Stellen vorzeitig verschwunden waren, sorgten für Ärger unter den Läufern. Im September sollen die Schilder deshalb fester verankert werden. An der entsprechenden Hilfe dürfte es nicht mangeln. Die Anzahl der Helfer wird wohl eher steigen als sinken: "Mittlerweile melden sich schon Vereine aus Oldenburg und bieten ihre Mitarbeit an." Andererseits gibt es ja auch mehr zu tun diesmal. Denn 2006 werden nicht nur Marathon und Zehn-Kilometer-Lauf, sonders erstmals auch ein Halbmarathon gestartet. "Wenn wir die Stadt sowieso schon lahm legen, können wir auch möglichst viele Läufer auf die Strecke schicken - um so mehr gibt es für die Zuschauer zu sehen", so Bertschy. Der halbe Marathon führt über die zweite Hälfte der Marathonstrecke, leitet die Läufer also durch die Innenstadt, Findorff, die Überseestadt zum Weserstadion und zurück zum AWD-Dome. Der Start erfolgt bereits um 8.40 Uhr, ebenfalls vor dem swb-Gebäude an der Bürgerweide. Was die Teilnehmerzahlen angeht, bleiben die Organisatoren trotz der ansprechenden Premiere relativ bescheiden: Rund 3500 Starter sollten es beim Marathon sein, zu Zehn-Kilometer-Lauf und Halbmarathon möchte man jeweils 1500 Menschen begrüßen. Immerhin: Die ersten 150 Anmeldungen für den Marathon liegen bereits vor. |